Außenhandel / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Muhammad Mahdi Karim
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Die Kooperationen mit anderen Ländern sollen forciert werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Muhammad Mahdi Karim

Brasilien muss bei der Suche nach Handelspartnern und Absatzmärkten aggressiver vorgehen, dies fordern Experten in diesen Tagen. Bislang setze der brasilianische Handel bei Exporten vor allem auf viele kleine Absatzmärkte, dabei müsse vielmehr daran gearbeitet werden neue Handelspartner in starken Wirtschaftsnationen wie den USA, Japan oder der Europäischen Union zu finden, um langfristig mithalten zu können.

Nach Angaben des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior) unterhält Brasilien als Mitglied des Mercosul momentan Wirtschaftsabkommen mit Chile, Bolivien, Mexiko, Peru, Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Kuba, Indien, Israel, Südafrika und Ägypten. Außerdem bestehen Abkommen mit den Nachbarstaaten Suriname, Paraguay, Urguay, Argentinien, Guayana. Mit der EU steht das Land bereits seit 1999 in Verhandlungen um mögliche Wirtschaftsabkommen, doch zu einem Ergebnis sind die Vertreter noch nicht gekommen.

Der Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Brasília (Universidade de Brasília, kurz: UnB) Maurício de Paula Pinto erklärte, dass Brasilien zu schüchtern vorgehe. Brasiliens Wirtschaft sei mittlerweile so gut entwickelt und komplex dass die Verantwortlichen mit deutlich mehr Selbstvertrauen in Verhandlungen gehen müsste. Für die langfristige Entwicklung des Landes sei wichtig möglichst vielschichtige Abkommen schließe. Große Möglichkeiten bieten dabei die großen Industrienationen. Der Ökonom kritisierte, dass Brasilien weiterhin eine zu geschlossene Wirtschaftspolitik verfolge. Dieses Verhalten werde den großen Entwicklungen innerhalb des Landes nicht gerecht. Um nicht zurückzufallen müsse man deutlichere Forderungen bei Verhandlungen formulieren, auch wenn dies mit Risiken einhergehe. (sg)