Brasilien: Bundespolizei beteiligt sich an Nationalstreik

08.08.2012 | Politik |
Seit gestern beteiligt sich die Bundespolizei am Nationalstreik in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Seit gestern beteiligt sich die Bundespolizei am Nationalstreik in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

In Brasilien hat gestern (7.8.) ein Nationalstreik begonnen, an dem sich auch die Bundespolizei beteiligt. Polizisten aus 26 Bundesstaaten fordern die Neuregelung der polizeilichen Karriere und die Anpassung ihrer Löhne. Rund 9.000 Polizisten und weitere Angestellte der Bundespolizei nehmen an dem Nationalstreik teil. Dabei werden wohl 70 Prozent der Polizeiarbeit derzeit nicht ausgeführt werden können. Wichtige Ermittlungen würden jedoch nicht unterbrochen. Auch der Schutz von Zeugen und die Versorgung von Gefangenen werde nicht unter dem Streik leiden, so die Leitung des Streiks.

Der Präsident der Nationalen Vereinigung der Bundespolizei Marcos Wink erklärte, dass der Streik mehr sei als nur die Forderung nach mehr Gehalt. Nach Informationen des Präsidenten habe es seit 1996 keine Anpassungen mehr in dem Karrieresystem der Bundespolizei gegeben. Den Polizisten fehle dadurch die Motivation. Nach fünfzehn Jahren im Beruf habe ein Polizist bereits die Spitze seiner Karrieremöglichkeiten erreicht, erklärt Wink, es müssten den Polizisten in höheren Positionen weitere berufliche Zugeständnisse gemacht werden, um sie an die Bundespolizei zu binden.

Wie lange der Streik andauern soll ist unklar. Im Jahr 2004 hatte ein Streik der Bundespolizei länger als zwei Monate gedauert. Dabei war es vor allen Dingen an den Flughäfen Brasiliens zu Verzögerungen gekommen sowie zu Problemen an den Grenzübergängen nach Argentinien und Paraguay. (sg)


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