brasilianischen Ministeriums für landwirtschaftliche Entwicklung / Copyright: Ministério do Desenvolvimento Agrário

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4.000 Genossenschaften und Familienverbände arbeiten in Brasilien mit staatlichen Versorgungsprogrammen zusammen, wie zum Beispiel im Rahmen der Programme „Lebensmittelbeschaffung“ (Aquisição de Alimentos, kurz: PAA), „Nationales Programm zur Schulernährung“ (Programa Nacional de Alimentação Escolar, kurz: PNAE) und „Produktion von Biodiesel“ (Produção de Biodiesel, kurz: PNPB). Durch die Programme werden ca. 300.000 Familienbetriebe in ganz Brasilien mobilisiert.

Laut Einschätzungen des Ministeriums für landwirtschaftliche Entwicklung (Ministério do Desenvolvimento Agrário, kurz: MDA) würde die Versorgung dieser Programme mit Lebensmitteln und Produkten bewirken, dass sich Verbände besser organisieren und die Qualität ihrer Produktion steigern. Das erhöhe die Chancen der Familienbetriebe bei privaten Netzen von Supermärkten.

Die Verbände, die mit den staatlichen Programmen zusammenarbeiten, würden ganz praktische Erfahrungen sammeln und eine Art Formalisierungsprozess durchlaufen, so Arnoldo de Campos, Leiter des Bereichs Familienlandwirtschaft des MDA. Die Betriebe müssen Produkte registrieren, Rechnungen stellen und ihre Logistik organisieren. Somit entwickele sich eine Regelmäßigkeit, die den Familienbetrieben bessere Chancen auf dem Markt geben.

Außer der Verbesserung der Leitungskapazitäten werden die Verbände bei Bedarf vom Einzelhandel stärker aufgesucht. Man lege im Einzelhandel jetzt mehr Wert auf die Vielfalt von Lebensmitteln, differenzierte Produkte und gute Qualität. Das öffnet Familienbetrieben Türen, die sich auf Bioprodukte sowie regionale und typische Produkte spezialisiert haben, so Campos.

Rund 70 Prozent der Basislebensmittel Brasilien, wie zum Beispiel Bohnen, Gemüse, Milch und Fleisch, werden durch Familienlandwirtschaft produziert. Neben den traditionellen Produkten würde die Nachfrage nach einheimischen Gewächsen wie Pinienkernen, Mate-Blättern sowie Umbu- und Pequi-Früchten steigen. Das seien Produkte der brasilianischen Biovielfalt und würden der Familienlandwirtschaft neue Perspektiven eröffnen.

Die brasilianische Regierung zählt 12.000 Genossenschaften und 4,3 Millionen Familienbetriebe. Laut Campos sei für 2014 das Ziel, die Zehn-Prozent-Grenze der Beteiligung dieser Verbände zu überschreiten. Dieses Jahr möchte die Regierung Abkommen mit dem Einzelhandel und mit denen des MDA unterstützten Programmen stärken. (ds)