China - Brasilien / Copyright: Creative Commons, J. Carlos

China – Brasilien / Copyright: Creative Commons, J. Carlos

Die große UN-Konferenz Rio+20 bietet nicht nur den Rahmen für die Diskussion um den Ausbau nachhaltiger Wirtschaft und des Umweltschutzes. Das Zusammentreffen so vieler Regierungschefs bietet auch die Gelegenheit für bilaterale Gespräche und den Ausbau diplomatischer Beziehungen auf anderen Gebieten. Chinas Premierminister, Wen Jiabao, nutzt den Rahmen der UN-Konferenz auch um die Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten weiter auszubauen und die Handelsbeziehungen auf eine dauerhaft stabile Basis zu stellen. Chinas Interesse an Lateinamerika wächst beständig, so wie die Nachfrage nach Rohstoffen und Agrarprodukten im Reich der Mitte ebenfalls seit Jahren kontinuierlich steigt.

Seit 2010 ist Lateinamerika Chinas Hauptziel für Investitionen vor allem im Bereich des Bergbaus und der Energie. Nach der Konferenz wird Wen Jiabao durch Argentinien, Uruguay und Chile reisen, um weiter für die engen Beziehungen zwischen den Ländern und China zu werben. Brasilien stellt dabei das Hauptziel der chinesischen Bestrebungen dar, auch wenn die Möglichkeiten für ein weiteres Engagement nach Ansicht der chinesischen Delegation kompliziert sind. Dennoch ist der chinesische Ministerpräsident sicher, dass das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern die 100 Milliarden US-Dollar (ca. 79 Milliarden Euro) dieses Jahr erreichen wird. Letztes Jahr betrug der Wert des Handelsvolumens 77 Milliarden US-Dollar (rund 61 Milliarden Euro). Damit hat China die USA als wichtigsten Handelspartner abgelöst.

Gleichzeitig gab China bekannt, seine Häfen weiter auszubauen, um dem ständig steigenden Umschlag an Waren gerecht werden zu können. So soll der Hafen von Schanghai deutlich vergrößert werden. Schanghai zählt bisher bereits als größter Hafen weltweit.  Auch Qingdao, der siebtgrößte Hafen weltweit, muss wegen des steigenden Handelsvolumen weiter ausgebaut werden. Beide Häfen sind primäre Ziele der Exporte Brasiliens. Qingdao für Eisenerz und andere mineralische Produkte, Schanghai für Soja und Fleisch aus Brasilien. (mas)