Das chinesische Mobiltelefonunternehmen Sangfei investiert in Brasilien / Copyright: Sangfei

Das chinesische Mobiltelefonunternehmen Sangfei investiert in Brasilien / Copyright: Sangfei

Gestern (31.10.) wurden fünf Investitionsprojekte chinesischer Unternehmen für den brasilianischen Markt aus dem Bereich der Informations- und Telekommunikations- technologie angekündigt. Bei einer Veranstaltung, die die Zusammenarbeit zwischen den Städten Shenzhen und São Paulo zum Ziel hat, wurden Verträge mit einem Gesamtwert von rund 540 Millionen US-Dollar abgeschlossen und Partnerschaften zwischen chinesischen und brasilianischen Unternehmen eingegangen.

Eine Partnerschaft wurde zwischen dem chinesischen Hersteller von Telekommunikationsgeräten ZTE, der bereits seit 2002 in Brasilien aktiv ist, und der brasilianischen Vertriebsfirma von Telekommunikationsprodukten Zero-x unterzeichnet. Die Vereinbarung beinhaltet Investitionen in Höhe von 150 Millionen US-Dollar und hat die Produktion und den Vertrieb von chinesischen Produkten in Brasilien zum Ziel. ZTE wird in Brasilien Tablet-PCs und Handys produzieren. Das Unternehmen kaufte vor kurzem ein Gebäude in Hortolândia (Bundesstaat São Paulo) für den Aufbau von Fabrikanlagen und hat zugesagt, in die Fertigungsanlagen bis 2014 über 300 Millionen US-Dollar zu investieren. Von dort soll ganz Lateinamerika mit den Produkten beliefert werden.

Der Anbieter von Telekommunikationstechnologie Huawei unterzeichnete zwei Partnerschaften mit brasilianischen Unternehmen, die ebenso den Vertrieb von Mobiltelefonen und Tablet-PCs in Brasilien befördern sollen: eine mit der brasilianischen Firma Nisalux, im Wert von 40 Millionen US-Dollar, und ein andere mit dem brasilianischen Unternehmen AXT, in Höhe von 80 Millionen US-Dollar. „Diese Unternehmen werden uns helfen, unsere größten Kunden wie Claro und Embratel direkter zu bedienen, und unsere Produkte in immer mehr Regionen anzubieten“, sagte Huaweis Vice-President Lateinamerika, James Taylor. Laut Taylor, wird das Unternehmen mit der Produktion von Tablet-PCs in der ersten Hälfte des Jahres 2012 beginnen.

Das vierte Abkommen mit einem Wert von 50 Millionen US-Dollar wurde zwischen dem chinesischen Unternehmen für Funktechnologien Hytera und der brasilianischen Firma Trunknet abgeschlossen. Laut dem Firmenchef von Hytera, Andy Zhao, wird Trunknet Hytera hauptsächlich unterstützen, in den Bereichen Hotellerie, Sicherheit und Verkehr Funkprodukte zu vertreiben. Hytera bietet Funktechnologielösungen an, die denen der Motorola-Funksparte ähneln.

Schließlich kündigte der chinesische Hersteller von Telekommunikationsgeräten Sangfei an, Mobiltelefone in den Fabriken von Philips in Manaus herzustellen. Sangfei gehört bereits seit 2007 die Handysparte von Philips und wird nun in Brasilien unter der niederländischen Marke produzieren. „Südamerika ist ein sehr wichtiger Markt für uns und uns ist klar, dass wir hier eine bessere Entwicklung feststellen werden, wenn wir eine lokale Produktion haben“, sagte Charles Wong, Geschäftsführer der Sangfei. Die Produktion soll in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres beginnen. Die Ausbildung von Arbeitskräften und der Aufbau neuer Fabrikanlagen wird voraussichtlich 50 Millionen US-Dollar kosten, so Wong.

Zusätzlich zu den Investitionsvorhaben wurde auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem brasilianischen Verband für Dienstleistungen (Confederação Nacional de Serviços) und der Regierung von Shenzhen über den Austausch von Technologien im Dienstleistungssektor zwischen Brasilien und China geschlossen. (tfb)