Alexandre Tombini, Präsident der brasilianischen Zentralbank / Copyright: Agência Brasil
Alexandre Tombini, Präsident der brasilianischen Zentralbank / Copyright: Agência Brasil

Alexandre Tombini, Präsident der brasilianischen Zentralbank / Copyright: Agência Brasil

Zum vierten Mal in diesem Jahr traf sich gestern (28.05.) das Komitee für Geldpolitik (Comitê de Política Monetária, kurz: Copom) der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) um über die Höhe des Basiszinssatzes zu diskutieren. Nach einer abschließenden Diskussionsrunde soll nun heute (29.05.) festgelegt werden, ob der Leitzins (genannt Selic) ein weiteres Mal erhöht wird.

Momentan liegt der Basiszinssatz bei 7,5 Prozent pro Jahr. Laut Experten sollte der Selic noch in diesem Jahr auf 7,75 Prozent pro Jahr ansteigen. Sollten sich die Mitglieder des Copom auf diese vorgeschlagene Erhöhung einigen, würde man den Leitzins ein zweites Mal innerhalb eines Jahres um 0,25 Prozent anheben. Erst im April war die erste Steigerung durch das Komitee beschlossen worden. Dass die Zentralbank Brasiliens nun erneut mit dem Gedanken spielt, den Leitzins zu erhöhen ist auf den Anstieg der Inflation zurückzuführen.

Bei einer inflationären Situation und damit einhergehenden erhöhten Preisen ist die Anhebung des Selic ein probates Mittel der brasilianischen Regierung, um die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu verringern und die Bevölkerung zum Sparen anzuregen. In der Vergangenheit hatte sich bewahrheitet, dass die Inflation bei Erhöhung des Selic tendenziell zurückging.

Der Präsident der Zentralbank, Alexandre Tombini, erklärte, dass nach der Anhebung des Leitzinses im April bereits erste schwache Senkungen der Inflation zu verzeichnen waren. In den kommenden Monaten werde sich die Situation weiter beruhigen, teilte Tombini mit. (sg)