Die Krankenhäuser sind in Rio de Janeiro häufig personell unterbesetzt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova
Neuinfizierungen mit dem HI-Virus werden zukünftig an das brasilianische Gesundheitsamt weitergegeben / Copyright: Marina Dimitrova

Neuinfizierungen mit dem HI-Virus werden zukünftig an das brasilianische Gesundheitsamt weitergegeben / Copyright: Marina Dimitrova

Brasiliens Gesundheitsministerium soll zukünftig die Daten über neue HIV-Infizierungen von Ärzten und Laboratorien erhalten. Damit wird die Infektion mit dem HI-Virus in die Liste der 40 zu meldenden Erkrankungen aufgenommen. Krankenhäuser, Arztpraxen und Laboratorien sind ab sofort dazu verpflichtet, neue Infizierungen offiziell zu melden. Das Sekretariat für Gesunheitsüberwachung (Secretaria de Vigilância em Saúde) wird die erweiterte Liste Anfang nächsten Jahres veröffentlichen.

Grund für die Aufnahme des HI-Virus in die Liste ist die bessere Kontrolle der Behandlung der Patienten. Das Gesundheitsministerium hofft außerdem, dass bei frühstmöglicher offizieller Meldung, eine adäquate und langfristige Behandlung des Patienten möglich ist. Damit werde dafür gesorgt, dass der Ausbruch von AIDS auf viele Jahre hinausgezögert werden könne. Momentan werden rund 217.000 Menschen mit HIV behandelt. Nach Informationen des Gesundheitsministeriums gibt es jedoch ca. 150.000 Personen, die nicht wissen, dass sie infiziert sind. Ein großes Problem sei das Unwissen vieler Brasilianer über den HI-Virus. Viele wüssten weder über die Übertragungsgefahr noch über die Schutzmöglichkeiten bescheid, warnte das Gesundheitsministerium.

Gerson Fernando Mendes, der Koordinator des Sekretariats für Seuchenüberwachung (Secretaria de Vigilância Epidemiológica), erklärte, dass die Aufnahme des HI-Virus‘ in die Liste zwei Vorteile brächte. Zum einen könne den Patienten früh geholfen werden und zum anderen würde eventuell die Kette der Übertragung der Infektion gebrochen werden, wenn frühzeitige Aufklärung stattfindet und die Medikamente den Virus abschwächen würden. (sg)