Wieder mehr Einstellungen drückt Arbeitslosigkeit auf 4,9% / Copyright Agencia Brasil

Wieder mehr Einstellungen drückt Arbeitslosigkeit auf 4,9 Prozent / Copyright Agencia Brasil

Der positive Trend auf dem brasilianischen Arbeitsmarkt hält trotz schwächelnder Wirtschaft an. Hiernach sank im vergangenen November die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent, wie das brasilianische Amt für Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) vergangenen Freitag mitteilte. Dies ist mit Ausnahme von Dezember 2011 der geringste Wert der letzten zehn Jahre. Während zwar das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Allgemeinen dieses Jahr nur ein Prozent Wachstum aufwies, sorgte allein der Dienstleistungssektor für anhaltende Neueinstellungen. Dabei übertraf die Nachfrage von Arbeitskraft zuletzt sogar deren Verfügbarkeit.

Diese positive Entwicklung spiegelt sich zudem in stabilen und steigenden Löhnen wider. Der ehemalige brasilianische Bundesbankpräsident, Alexandre Schwartsman, warnte vergangenen Samstag in der Zeitung Folha de São Paulo hingegen vor den zu hohen Kosten für Dienstleistungen. Diese könnten negative Auswirkungen auf die Inflation haben. Insbesondere die hohe Nachfrage nach geringqualifizierter Arbeitskraft bei insgesamt stagnierenden Wirtschaftswerten habe eine Verringerung der Produktivität zu Folge, so Schwartsman. Das schwache Wachstum des BIP sei ein Indiz für eine abfallende Produktivität der brasilianischen Wirtschaft bzw. einem übermäßig großen Anteil des Dienstleistungssektors an der wirtschaftlichen Gesamtleistung. Dies kann zu einer Verteuerung der Währung führen.

Zuletzt aber hatte die Präsidentin Dilma Rousseff Vertrauen angemahnt. Im Jahr 2013, so Rousseff vergangenen Sonnabend (22.12.), werden die fiskal- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur wirtschaftlichen Belebung spürbar sein. Dazu gehören neben weiteren Infrastrukturmaßnahmen auch Zins- und Steuersenkungen. In Folge dessen wird ein Zuwachs des BIP von 4,5 bis fünf Prozent erwartet. (ms)