In Brasília protestierten gestern Ärzte vorm Gesundheitsministerium / Copyright: Agência Brasil
In Brasília protestierten gestern Ärzte vorm Gesundheitsministerium / Copyright: Agência Brasil

In Brasília protestierten  Ärzte gegen das Programm / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff verteidigte gestern (24.10.) in einer Rede das Regierungsprogramm Mais Médicos (wörtlich: Mehr Ärzte), welches die Anstellung von mehreren tausend Ärzten aus dem Ausland in Brasilien vorsieht, um das marode Gesundheitssystem des Landes zu verbessern. In der letzten Woche wurde ein vorläufiges Gesetz nun vom Nationalkongress (Congreso Nacional) bestätigt.

Das Hauptziel des Programms ist, mehr Ärzte in finanziell schwache, abgeschiedenere Regionen Brasiliens zu bringen. In Regionen also, die einheimischen Ärzte oft unattraktiv erscheinen und die deshalb in der Vergangenheit mit Ärztemangel zu kämpfen hatten. Diesem Ziel sei man in den vergangenen Monaten bereits ein Stück näher gekommen, betonte Dilma Rousseff. Es wurden bereits mehrere tausend kubanische Ärzte nach Brasilien eingeladen und empfangen. Ein weiteres Ziel, das durch mehr ausländische Mediziner erreicht werden könne sei eine schnellere Versorgung auch in Ballungszentren des Landes. Dort kommt es häufig zu langen Warteschlangen in Krankenhäusern und auch bei niedergelassenen Ärzten.

Das Programm war von brasilianischen Ärztevereinigungen in der Vergangenheit häufig kritisiert worden, weil diese der Meinung waren, dass es bereits ausreichend inländische Kapazitäten gebe. Außerdem sei die Qualität der ausländischen Mediziner nicht gewährleistet, da diese mit ausländischen Universitätsabschlüssen einreisten. Tatsächlich dürfen die Ärzte nach einer mehrmonatigen Praxisphase und diversen theoretischen Kursen, sowie Sprachkursen praktizieren. Doch die Kritik ist unbegründet: Gerade kubanische Mediziner gehören zu den bestausgebildetsten Lateinamerikas. (sg)