Dilma Rousseff trat für mehr Verständnis für die kubanischen Ärzte ein / Copyright: Agência Brasil
Dilma Rousseff trat für mehr Verständnis für die kubanischen Ärzte ein / Copyright: Agência Brasil

Dilma Rousseff trat für mehr Verständnis für die kubanischen Ärzte ein / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff kritisiert die aufkeimenden Vorurteile gegenüber kubanischen Ärzten. Aufgrund der Ärztemangel in Brasilien waren in den vergangenen Wochen rund 4.000 ausgebildete Kubaner nach Brasilien gekommen, um dort künftig als Mediziner zu arbeiten. Auch Mediziner aus anderen Ländern haben eine Arbeitserlaubnis in Brasilien erhalten.

Die kubanischen Mediziner gelten als extrem gut ausgebildet. Neben all den mangelhaften Sektoren im kubanischen Regierungsapparat, nimmt die  Medizin des Landes im weltweiten Vergleich einen der vorderen Ränge ein.

Dilma Rousseff erinnerte in einem Interview daran, dass die ausländischen Ärzte wichtige Stellen bekleiden, die brasilianische Ärzte nicht annehmen wollten. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Arbeitsplätze in abgelegenen Regionen und den Peripherien der brasilianischen Großstädte. Im Rahmen des Programms müssen die ausländischen Mediziner zunächst eine dreijährige Probezeit absolvieren und sich in einer zusätzlichen Ausbildung spezialisieren. Einen Arbeitsvertrag erhalten sie in dieser Phase des Programms Mais Medicos (wörtlich: Mehr Ärzte) noch nicht, sondern werden aus Geldern des Programms finanziert. Im Falle der kubanischen Ärzte zahlt sogar zunächst der kubanische Staat die Gehälter seiner Staatsangehörigen. Dies war innerhalb der Panamerikanischen Organisation für Gesundheit (Organização Pan-Americana da Saúde, kurz: Opas) vereinbart worden.

Kritiker des Programms bemängeln vor allem, dass die aus dem Ausland stammenden Ärzte keinen brasilianischen Studienabschluss hätten. Aufgrund der Probezeit und der Einarbeitungsphase bestehe jedoch eine ausreichende Prüfung der fachlichen Fähigkeiten der Ärzte, betonte Dilma Rousseff. (sg)