20.000 Brasilianer wollen einen geregelten Umgang mit Marihuana. Nun muss eine Kommission des Senats darüber beraten. / Copyright: Wikimedia Commons
20.000 Brasilianer wollen einen geregelten Umgang mit Marihuana. Nun muss eine Kommission des Senats darüber beraten. / Copyright: Wikimedia Commons

20.000 Brasilianer wollen einen geregelten Umgang mit Marihuana. Nun muss eine Kommission des Senats darüber beraten. / Copyright: Wikimedia Commons

Die Bestimmung von Regeln für die entspannende, medizinische und industrielle Anwendung von Marihuana hat die Meinungen in der Kommission für Menschenrechte und partizipative Gesetzgebung im Senat weit auseinandergetrieben. Am vergangenen Montag war zur öffentlichen Forderung eines geregelten Umgangs von Marihuana eine öffentliche Anhörung gestartet worden. Laut der Präsidentin der Kommission, Senatorin Ana Rita, wurde die Forderung, die von einer öffentlichen Initiative ausging, von mehr als 20.000 Menschen in neun Tagen unterstützt. Wenn nun auch Parlamentarier die Forderung unterstützen, kann dieser zu einem Gesetzesentwurf formuliert werden.

Leiter der Diskussion über das Thema innerhalb der Kommission wird Senator Christovam Buarque sein. Er plant eine Serie von Anhörungen verschiedener Experten aus unterschiedlichen Bereichen, die ihn bei einem Bericht für die Mitglieder der Kommission über das Thema unterstützen sollen. Der Bericht soll als Grundlage für die weitere Diskussion dienen. Laut Buarque geht es dabei allerdings nicht um eine Liberalisierung von Marihuana in Brasilien. „Wir wollen den Stoff nicht frei verfügbar machen, sondern Regeln für den Umgang schaffen, sollte dies der Wunsch einer Mehrheit sein“, erklärte er sinngemäß.

Zu der Debatte war auch der Staatssekretär von Uruguay, Julio Heriberto Calzada, anwesend – Uruguay ist das einzige Land der Welt, das die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf von Marihuana legalisiert hat. Er gab einerseits zu, dass eine Legalisierung der Droge die Zahl der Konsumenten erhöhen kann. Trotzdem glaubt er, dass die Kombination mit anderen öffentlichen Richtlinien Verbrauchsmuster ändern und die Anzahl der Nutzer am Ende sogar reduzieren können. Calzada sagte auch, dass es Uruguay bereits gelungen sei, die Zahl der Tode in Verbindung mit dem Konsum und dem Handel der Droge auf null zu fahren, seit der Präsident im Mai einen Erlass unterschrieben habe, um den Anbau und Verkauf zu regeln. (ls)