Die brasilianische Börse in São Paulo, BOVESPA / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Börse in São Paulo, BOVESPA / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens Finanzsystem kann als solide bezeichnet werden. Trotzdem müssen die Banken, die Anleihen der verschuldeten europäischen Staaten besitzen, achtgeben. Die Preise für Wertpapiere könnten weiter abfallen, so wie es in der EU und in den USA bereits geschehen ist.

Nach Einschätzung von Rogério Mori, Professor an der Schule für Wirtschaft der Stiftung Getulio Vargas (Escola de Economia da Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV), wird es eine Kettenreaktion geben, da die einzelnen Länder stark miteinander verknüpft seien.

Mori ist jedoch sicher, dass Brasilien nicht in dem Maße unter der Krise zu leiden haben wird wie andere Wirtschaftsmächte, da man auf antizyklische wirtschaftspolitische Maßnahmen zurückgreifen könne. Im Gegensatz zu 2008 sei Brasilien steuer- sowie finanzpolitisch darauf vorbereitet, angemessen auf eine Krise zu reagieren.

Laut Mori befinden sich Europa und die USA in einem Prozess, der eventuell in eine Rezession münden wird. Dank der Steuereinnahmen konnten die USA in den letzten Jahren zwar zunächst die Verstärkung der Finanzkrise verhindern, allerdings sei ein Aufschwung der Privatwirtschaft ausgeblieben.

Rogério Mori, der sich unter anderem auf Geldpolitik spezialisiert hat, sagte, dass es sich bei der aktuellen Krise um ein atypisches Problem handele. Die USA befinden sich in einer Liquiditätsfalle. Obwohl der Leitzins konstant niedrig gehalten wurde, konnte die Wirtschaft nicht nachhaltig angekurbelt werden. (sg)