Der Sekretär im brasilianischen Schatzamt, Arno Augustin / Copyright: Agência Brasil

Der Sekretär im brasilianischen Schatzamt, Arno Augustin / Copyright: Agência Brasil

Man kann es als einen Akt des neuen Selbstbewusstseins eines aufstrebenden Staates deuten oder aber auch als einen Akt der Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Wechselkurs zum US-Dollar. Brasilien wird jedenfalls demnächst Schuldtitel auch in Reais auf den internationalen Finanzmarkt bringen. Dies wurde heute (29.03.) vom zuständigen Sekretärs brasilianischen Schatzamt (Tesouro Nacional), Arno Augustin, bestätigt.

Das Schatzamt wollte die Initiative jedenfalls als Massnahme werten, die ihren Beitrag dazu leiste, dass der angespannten Situation des Wechselkurses US-Dollar zu Real auch auf diesem Gebiet begegnet wird. Bisher war es für Investoren notwendig, in US-Dollar in brasilianische Schuldtitel zu investieren. Mit dem Kauf jeder brasilianischen Anlage in US-Dollar stieg gleichzeitig der Anteil der Reserven an US-Dollar innerhalb Brasiliens und bei einer größeren Menge sinkt das Verhältnis des Reals zum US-Dollar durch die relativ geringere Verfügbarkeit an US-Dollar auf dem internationalen Markt. Dadurch dass der US-Dollar auch durch die geringen Zentralbankzinsen in den USA und Europa schon in einer größeren Menge an freiem Kapital auf dem internationalen Markt verfügbar ist, befindet sich der Kurs zum Real derzeit auf einem Tiefstand. Neu emittierte Papiere in US-Dollar sind damit vergleichsweise günstig und das brasilianische Schatzamt bekommt derzeit viel weniger Reserven in US-Dollar für die gleiche Summe an Schulden in Real.

Mit der Emission von Schuldverschreibungen in Real umgeht die Regierung diese Wechselkursproblematik zwischen US-Dollar und Real und verzichtet im Gegenzug auf Devisenreserven in US-Dollar.  Wann genau die neuen Schuldverschreibungen auf den Markt kommen sollen, ist dagegen noch unklar. „Im Laufe dieser Periode“ ist die einzige Information, die dazu vom Schatzamt gegeben wurde. (mas)