Hauptsitz des Internationalen Währungsfonds / Copyright: Internationaler Währungsfonds

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Brasilien möchte seine Beteiligung im Internationalen Währungsfonds (IWF) erhöhen. Auf diesem Weg könnte Brasilien Europa in Zeiten der wirtschaftlichen Krise helfen, ohne das Risiko einer direkten Hilfeleistung einzugehen.

Wirtschaftsspezialisten vermuten, dass Brasilien sehr interessiert daran sei, seine Hilfeleistungen über den Internationalen Währungsfonds abzuwickeln, da das Land so neben einer größeren finanziellen Sicherheit einen größeren geopolitischen Einfluss erhalten und sich so zu einem wichtigen Akteur innerhalb des IWF entwickeln könne. Laut dem ehemaligen Geschäftsführer der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC), Carlos Langoni, sehe Brasilien hier die Möglichkeit, seine Macht und seinen Einfluss, die noch immer sehr begrenzt seien und in keinem Verhältnis zu Wachstum und Ausdehnung des Landes stünden, anzukurbeln.

Die Regierung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff versucht, in einer gemeinsamen Strategie der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), ihre Quoten im IWF zu erhöhen um die europäischen Länder zu unterstützen.

Die zuerst verbreitete Information, dass Brasilien dem IWF auf dem G20 Gipfel in Cannes eine Verstärkung um 10 Milliarden US-Dollar als Hilfe für Europa angeboten habe, wurde gestern (08.11.) durch den Finanzminister, Guido Mantega, entkräftigt.

Er erläuterte, dass sich der Europäische Stabilisierungsfonds EFSF und die Europäische Zentralbank (EZB) stärker einsetzen müssen. Da Europa das Problem mit Griechenland bisher nicht habe lösen können, habe es auch noch kein konkretes Angebot für eine IWF-Verstärkung gegeben; das solle jedoch nicht bedeuten, dass dies in Zukunft nicht passieren könne, so Mantega.

Er führte weiterhin aus, dass die Ressourcen nicht allein für die europäischen Länder zur Verfügung stehen sollen, sondern allen Ländern, die in einer Krisensituation auf finanzielle Hilfe angewiesen seinen. (jv)