Verzögerungen von einem Jahr beim Ausbau der Netze lassen viele Winräder wie diese in Parnaíba im Bundesstaat Piauí still stehen / Wiki Commons Foto: Delaflut
    Verzögerungen von einem Jahr beim Ausbau der Netze lassen viele Winräder wie diese in Parnaíba im Bundesstaat Piauí still stehen / Wiki Commons Foto: Delaflut
In Brasilien steigt die Nutzung von ereuerbaren Energien  / Wikipedia, Creative Commons, Delaflut

In Brasilien steigt die Nutzung von ereuerbaren Energien / Wikipedia, Creative Commons, Delaflut

In Brasilien werden immer mehr organische Substanzen zur Energiegewinnung verwendet, auch wenn es für den Verbraucher kaum sichtbar ist. So kann die Bagasse, die faserigen Überreste der Zuckerfabrikation aus Zuckerrohr, direkt zur Energieerzeugung für die zuckerverarbeitenden Fabriken verwendet werden und auch einige Privathäuser nutzen bereits diese Art von Strom. Die gleiche Bagasse wird zur Papierherstellung eingesetzt. Aus dem Kraftstoff Ethanol, der aus Zuckerrohr gewonnen wird, entsteht Polyethylen, das wiederum für die Herstellung von Plastikverpackungen zum Einsatz kommt. Aus den Abfällen von Soja und Rindertalg wird ein weiterer Biokraftstoff hergestellt, der Biodiesel.

Damit die Weiterverarbeitung solcher Materialien auch in Zukunft verstärkt Anwendung findet, gibt es in Brasilien einige Unternehmen, die in diesem Bereich Forschung betreiben und neue Anwendungsmöglichkeiten aufdecken wollen. Viele dieser Forschungsprojekte leitet beispielsweise das Brasilianische Unternehmen für landwirtschaftliche Forschung EMBRAPA (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária). Laut des Forschers José Manuel Cabral, Leiter der Technikabteilung der EMBRAPA Agroenergia, bestünde ein Projekt darin, aus den Resten der Produktion von Palmöl Cellulosefasern herzustellen.

Trotz dieser Fortschritte werden die erneuerbaren Energien die nicht erneubaren vermutlich erst sehr langsam ersetzen. Laut einer aktuellen Energiestudie des Energieforschungsunternehmens EPE (Empresa de Pesquisa Energética) stammten 2011 44,1 Prozent der Energieangebote in Brasilien aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser- und Windenergie, Ethanol und Biomasse. 55,9 Prozent stammten allerdings aus nicht erneuerbaren Energiequellen. „Wenn man die Schätzungen des EPE in Betracht zieht, dann wird 2030 Erdgas, ein fossiler Brennstoff, von großer Bedeutung sein. Außerdem investieren wir viel in Erdöl und aus den Erdölreservaten kann auch Erdgas gewonnen werden. Die Verwendung des Erdöls wird ein wenig zurückgehen und die der Biomasse steigen“, so Manuel Cabral. (ds)