Zukünftig haben weltweit operierende brasilianische Unternehem bis zu fünf Jahre Zeit ihre Gewinnsteuern zu zahlen. /Copyright: Agência Brasil
Der Leitzins wurde vom geldpolitischen Komitee der Zentralbank erneut erhöht  / Copyright: Agência Brasil

Der Leitzins wurde vom geldpolitischen Komitee der Zentralbank erneut erhöht / Copyright: Agência Brasil

Das geldpolitische Komitee der brasilianischen Zentralbank erhöhte den Leitzins SELIC erneut, er liegt nun bei zehn Prozent. Die Erhöhung führte in Brasilien zu heftigen Reaktionen verschiedener Wirtschaftsinstitutionen.

So kommentierte der Industrieverband von São Paulo (FIESP), dass das brasilianische Wirtschaftswachstum durch die Aktion abgebremst werden würde. In 2013 würden andere Schwellenländer ein Wachstum von 4,5 Prozent aufweisen, Brasilien allerdings nur ca. 2,5 Prozent, viel weniger als erwartet, teilte Paulo Skaf, Leiter des FIESP mit. Seiner Meinung nach würde die Wirtschaftspolitik nicht mehr funktionieren. Der Fokus müsse auf ganz andere Bereiche gelegt werden: auf die verstärkte Kontrolle der Ausgaben, auf höhere öffentliche Investitionen, mehr Konzessionen und weniger Zinsen.

Auch der Industrieverband von Rio de Janeiro (FIRJAN) kritisierte die Erhöhung. Sie würde das Binnenwachstum erschweren. Dazu käme eine anhaltend hohe Inflationsrate und ein stetiger Anstieg des Leistungsbilanzdefizits, der sich auf dem Höchstwert verglichen mit den letzten elf Jahren befinde.

Laut Einschätzungen des Nationalen Industrieverbandes CNI würde die Erhöhung private Investitionen verhindern. „Alles weist darauf hin, dass die aktuellen Erhöhungen des Leitzinses immer noch nicht abgeschlossen sind.“ Die Auswirkungen auf die Inflation würden sich erst im kommenden Jahr zeigen. (ds)