Ein Ende der Proteste ist noch nicht in Sicht / Copyright: Agência Brasil
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Nach einem zuvor größtenteils friedlichen Protest von Lehrern in Rio de Janeiro kam es nun gestern Abend (07.10.) zu Ausschreitungen mit der Polizei. Mitglieder des sogenannten schwarzen Blocks, die zu Beginn unauffällig gemeinsam mit den Lehrern protestiert hatten setzten am Abend einen Bus in Flammen, demolierten zwei weitere und warfen Steine und zwei Molotovcocktails in das Gebäude des US-amerikanischen Konsulats.

Ursprünglich hatten große Teile der Lehrerschaft Rio de Janeiros den Protest organisiert, um für bessere Bezahlung und höhere Investitionen in den Bildungssektor zu demonstrieren. Insgesamt waren bei den Protesten gestern über 50.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Auch viele Banker des Landes setzen ihre Proteste fort. Bereits seit Mitte September demonstrieren auch sie für mehr Gehalt. Um rund 11 Prozent soll ihr Lohn erhöht werden. Der Protest der Banker zeichnet sich bereits in der Entwicklung des Finanzmarkts ab. So kommt es seit Beginn der Proteste zu deutlich weniger Kreditnachfrage. Insgesamt fragten die Brasilianer rund 9,8 Prozent weniger Kredite nach als im Monat zuvor. Eine Verenigung der Banken-Gewerkschaften (Sindicato dos Bancários) berichtete, dass sich aktuell rund 32.000 Banker im Streik befinden.

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff äußerte sich bislang noch nicht zu den stattfindenden Protesten. (sg)