Fachärzte der INSS bemängeln unter anderem die geringe Zeit für Patienten / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Free Software Foundation
Fachärzte der INSS bemängeln unter anderem die geringe Zeit für Patienten / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Free Software Foundation

Fachärzte des INSS bemängeln unter anderem die geringe Zeit für Patienten / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Free Software Foundation

Brasilianische Fachärzte des Nationalen Instituts für Sozialversicherung (Instituto Nacional do Seguro Social, kurz: INSS) traten gestern (14.06.) vor dem Senat für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und mehr sozialer Sicherheit ein. Das INSS ist in Brasilien dafür zuständig, die Höhe von Renten, Sozialhilfe, Arbeitslosen- und Krankengeldern zu bestimmen. Die Fachärzte sind bei der Entscheidung für ausschlaggebende Gutachten zuständig. Dabei kam es in der Vergangenheit des öfteren zu gewalttätigen Übergriffen. Im Jahr 2007 wurde der Facharzt José Rodrigues von einem Klienten erschossen.

Bei ihren Forderungen werden die Fachärzte unter anderem von der Nationalen Vereinigung der Fachärzte für Sozialversicherung (Associação Nacional dos Médicos Peritos da Previdência Social, kurz: ANMP) unterstützt. Der Präsident der ANMP, Geilson Oliveira, sagte, die Ärzte würden unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Sie würden ständig bedroht und hätten nicht die geeigneten Instrumente, um adäquat arbeiten zu können. In vielen Fällen würden sich die Ärzte ihre Ausstattung von ihrem eigenen Gehalt kaufen, so Oliveira.

Die schlechten Arbeitsbedingungen führten in den vergangenen vier Jahren zu 380 Kündigungen von Fachärzten. Zu den gewalttätigen Übergriffen und der schlechten Ausstattung an Arbeitsmaterial, kommt die hohe Anzahl an zu untersuchenden Versicherten hinzu. 4.500 Ärzte müssen monatlich über 700.000 Fälle bearbeiten. Die Ärzte haben die gesetzliche Vorgabe, jeweils 15 Versicherte pro Tag abzuarbeiten. Dies sei nahezu unmöglich, meint Ana Maria Facci, die Ex-Direktorin der ANMP. Je nach Schwere des Falls könne ein Arzt schon mal mehrere Stunden mit einem einzigen Versicherten zubringen, so Facci. Wie alle anderen Fachärzte erhofft sie eine deutliche Änderung der Arbeitsbedingungen von Seiten der Regierung. (sg)