Während viele Familien keine Wohnung haben, stehen mehr als sechs Millionen Immobilien leer. / Copyright: Agência Brasil
Während viele Familien keine Wohnung haben, stehen mehr als sechs Millionen Immobilien leer. / Copyright: Agência Brasil

Während viele Familien keine Wohnung haben, stehen mehr als sechs Millionen Wohneinheiten leer. / Copyright: Agência Brasil

Die Frage nach angemessenem Wohnraum in Brasilien stellt sich immer häufiger, weil Häuser zwangsweise weichen müssen wegen Bauarbeiten für neue Straßen sowie U-Bahn-Strecken und gleichzeitig Besetzungen von leerstehenden Häusern in den Zentren zunehmen. Die Demonstrationen von 2013 haben das Thema in die Diskussion gebracht, die jetzt auch im Wahlkampf ankommt.

Dem Land fehlen fünf Millionen Wohnmöglichkeiten, wie eine Berechnung des Städteministeriums zeigt. Experten glauben, dass dieses Problem nicht allein durch den Bau neuere Wohnungen gelöst werden kann. Auch gegen die Spekulationen auf dem Immobilienmarkt müsse vorgegangen werden.

Für Guilherme Boulous von der nationalen Koordinierungsstelle der Bewegung der Arbeiter ohne Dach (Movimento dos Trabalhadores Sem Teto, MTST) fehlt es an Wohnungen, weil verschiedene Maßnahmen die Mietpreise steigen lassen würden. Der Bau neuer Wohneinheiten durch die Regierung, wie es derzeit passiert, hält er nicht für ausreichend, um allen Familien zu helfen, die eine Wohnung brauchen.

„Der Wert von Immobilien in der Stadt São Paulo ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 130 Prozent gestiegen, in Rio de Janeiro sogar um 200 Prozent“, sagt er. „Das ist ein Pulverfass, das irgendwann explodiert. Es ist eine Wertsteigerung der Immobilien ohne Regulierung durch den Markt oder soziale Unterstützung für die, die abhängig sind vom den Mietpreisen.“

Laut Daten des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik (IBGE) gibt es im ganzen Land 6,1 Millionen leerstehenden Wohneinheiten. (ls)