Das Netzwerk AMB setzt sich für die Rechte der Frauen in Brasilien ein / Copyright: Agência Brasil
Das Netzwerk AMB setzt sich für die Rechte der Frauen in Brasilien ein / Copyright: Agência Brasil

Das Netzwerk AMB setzt sich für die Rechte der Frauen in Brasilien ein / Copyright: Agência Brasil

Brasilianische Feministinnen setzen sich in diesen Tagen verstärkt für eine erfolgreiche Umsetzung der Frauenquote in der Politik ein. Sie kritisieren, dass die gesetzlich festgelegte Frauenquote nur formell umgesetzt würde, jedoch kein Umdenken in der Politik stattfinde.

Veröffentlichte Zahlen der diesjährigen Kommunalwahl im Oktober zeigen, dass mehr als 30 Prozent der Kandidaten weiblich waren, jedoch lediglich 12 Prozent ein politisches Amt bezogen. Damit stieg die Anzahl an Kandidatinnen zwar um 10,5 Prozentpunkte im Vergleich zur vorigen Kommunalwahl im Jahr 2008, die Bekleidung der Ämter blieb jedoch in der Hand der männlichen Kandidaten.

Sílvia Camurça, Koordinatorin des feministischen Netzwerkes „Stimme der brasilianischen Frau“ (Articulação de Mulheres Brasileiras, kurz: AMB) kritisierte, dass das Gesetz, welches 2009 eine Frauenquote von 30 Prozent in Brasiliens Politik festlegte, nur auf dem Papier umgesetzt werde. Camurça erklärte, dass zahlreiche Parteien rein formell Frauen als mögliche Kandidaten vorschlagen würden, diese jedoch nicht in den politischen und parteilichen Betrieb integriert würden. Es sei für Frauen weiterhin genauso schwierig, politisch Fuß zu fassen wie noch vor drei Jahren, als es das Gesetz noch nicht gab. Außerdem beklagten die Frauen des AMBs, dass ihnen der Zugang zu finanziellen Mitteln verwehrt würde, um Wahlkampagnen durchführen zu können.

Das AMB fordert nun eine Anhebung der Quote auf 50 Prozent, den Zugang zu finanziellen öffentlichen Mitteln und eine echte Integration der Frauen in die Politik. Um dies durchzusetzen, will das Netzwerk bis 2013 1,3 Millionen Unterschriften sammeln, um die Lösungsvorschläge beim brasilianischen Kongress vorstellen zu dürfen. (sg)