Logo des Instituts Data Popular / Copyright: Data Popular

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Die brasilianischen Firmen müssen sich besser auf die Bedürfnisse der neuen Mittelschicht Brasiliens einstellen, die Schicht, in der die meisten Käufe im Land getätigt werden. Laut Studien des Instituts Data Popular zählen 53,9 Prozent der brasilianischen Bevölkerung zur sogenannten Klasse C, mit einem monatlichen Pro-Kopf-Einkommen von 324 bis 1.400 Reis (ca. 135 bis 582 Euro). In dieser Schicht werden im Jahr 2011 44,3 Prozent der Familienausgaben erfolgen, was insgesamt einen Kaufwert von ca. 2,3 Billionen Reais (rund 0,96 Billionen Euro) ausmache.

Die Klasse C stelle eine enorme Anzahl an Konsumenten dar, die die ärmere Bevölkerungsschicht überwunden und nun die Möglichkeit zum Konsumieren haben. In vielen Bereichen habe sich diese Klasse bereits als Mehrheit herausgestellt, so João Paulo de Resende, Forscher des Instituts Data Popular. Die Firmen müssten nun Konsequenzen aus diesem Wandel ziehen. Es ist nicht mehr dieselbe Zielgruppe, die ihre Geschäfte noch vor zehn Jahren gestützt hat. 2001 stellte die Klasse C 38,6 Prozent der brasilianischen Bevölkerung und 25,8 Prozent der Konsumenten dar.

Um der neuen Mittelschicht gerecht zu werden, schlägt Resende vor, dass die Firmen zum einen neue Produkte und Serviceleistungen anbieten, aber auch die Art ihrer Kundendienste anpassen. Für einige Märkte sei Klarheit und Einfachheit entscheidend, so Resende. Des Weiteren erinnerte er daran, dass die Zielgruppe eher bescheiden sei und zum Beispiel noch nie mit dem Flugzeug gereist wäre.

Das Problem sei, dass zwischen den Strategien der Firmen und dem, was die neue Zielgruppe denkt, ein großes Ungleichgewicht herrsche, so konnte durch die Ergebnisse der Studie des Data Popular festgestellt werden. 26 Prozent der Firmen glauben, dass der Preis eines Produktes das Wichtigste sei. Diese Denkweise teilen nur 17 Prozent der Konsumenten. 44 Prozent dieser Gruppe glauben, dass die Qualität wichtiger als der Preis ist. Nur 18 Prozent der Firmen schließen sich dieser Meinung an.

Der Konsum der Klasse C wird sich außer auf den Lebensmittelbereich auch auf die Freizeit und das Reisen erweitern. Laut Resende würden sich die Familien durch die verbesserten Lebensbedingungen zuerst grundlegende Produkte kaufen, die sie bisher noch nicht besaßen, wie zum Beispiel Haushaltgeräte. Des Weiteren werden sie zu qualitativ höherwertigen Konsumgütern greifen. (ds)