Die brasilianische Agrarministerin Kátia Abreu reiste zusammen mit Dilma Rousseff zum EU-Lateinamerika-Gipfel in Brüssel. / Copyright: Agência Brasil 3

Brasilien drängt auf eine Lockerung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und dem Mercosur. Im Vorfeld des EU-Lateinamerika-Gipfels 2015 in der belgischen Hauptstadt kündigte die brasilianische Agrarministerin Kátia Abreu nach ihrer Ankunft in Brüssel an, dass Brasilien den europäischen Partnern bereits im Juli Vorschläge für eine weitere Flexibilisierung zwischen den beiden Wirtschaftsräumen EU und Mercosur unterbreiten wolle.

Medienberichten zufolge wird sich Präsidentin Dilma Rousseff noch im Juli mit Vertretern mehrerer europäischer Länder treffen, um bilaterale Verhandlungen über Handelserleichterungen zu halten. Ziel sei es, den Abschluss eines Freihandelabkommens zu beschleunigen, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet. „Brasilien ist bereit, um weiter zu gehen“, so die brasilianische Agrarministerin.

Über das Tempo, mit dem Brasilien die transatlantischen Handelsbeziehungen ausbauen will, sind sich die Mitglieder des Mercosur noch nicht einig. So liegt das Interesse Argentiniens an weiteren bi-regionalen Verhandlungen derzeit auf Eis. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner reiste bereits zum Brüsseler Gipfel nicht an. Dies kommentierte Abreu lakonisch damit, dass “es sehr schlecht ist, zurück zu bleiben.“ Für Abreu sollten die beiden größten südamerikanischen Länder gemeinsam gehen. Rousseff hingegen hatte bereits in der Vergangenheit geäußert, dass die Mitglieder des Mercosur gemäß ihrer Landesinteressen das Tempo der Marktöffnung bestimmen sollten, so der Valor Econômico.

Auf Seiten der EU herrscht gegenüber dem brasilianischen Vorstoß Skepsis. Für die europäischen Partner mache es keinen Sinn, in Verhandlungen zu treten, wenn nicht die Garantie bestehe, dass die Gegenseite auf gleicher Höhe über die Öffnung des Marktes verhandeln werde, schreibt die Zeitung. (ms)

Quelle: Valor Econômico