Der Stausee Itaipú generiert weltweit die größte Jahresenergieproduktion / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Adrian Michael
Der Stausee Itaipú generiert weltweit die größte Jahresenergieproduktion / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Adrian Michael

Der Stausee Itaipú generiert weltweit die größte Jahresenergieproduktion / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Adrian Michael

Der Gebrauch der Speicher von Wasserkraftwerken nimmt im Rahmen der Energieknappheit eine immer wichtigere Rolle ein. Dies erklärte Erton Carvalho, Präsident des Brasilianischen Komitees für Staudämme (Comitê Brasileiro de Barragens, kurz: CBDB) in einem Interview gegenüber der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil. Der richtige Umgang mit den Speichern werde eine mögliche Energiekrise verhindern können, versicherte Carvalho.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2007, bei der deutlich strengere Auflagen für den Bau von Wasserkraftwerken und Wasserspeichern auferlegt wurden, waren keine neuen Werke mehr gebaut worden. Dies bemängeln nun Mitglieder des CBDB.

Der Präsident setzte sich für die intensive Nutzung vorhandener und die Erbauung neuer Werke und Reservoire ein. Die Speicher könnten in regenreichen Perioden viel Wasser einlagern und in den problematischen, trockenen Phasen könne dieses Wasser zur Energieproduktion genutzt werden. Außerdem könnten die gespeicherten Wassermengen auch für die landwirtschaftliche Produktion genutzt werden, wenn diese aufgrund von Wassermangel droht zum Erliegen zu kommen. Beispielhaft nannte Carvalho die Becken des Flusses São Francisco im südlichen Bundesstaat Minas Gerais, die die angrenzenden Agrarflächen mit  nötigem Wasser versorgen. Ein weiteres Argument für mehr Wasserspeicher und -kraftwerke sei die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser.

Kritisiert werden die Wasserreservoire immer wieder von Umweltschützern, die eine Gefährdung der Umwelt durch den gewaltigen Entzug von Wasser für den Energiegebrauch sehen. Der angrenzenden Natur würde überlebenswichtiges Wasser vorenthalten. Auch gegen den Neubau von Kraftwerken lehnen sich Umweltschützer und auch Menschenrechtsgruppen auf, da durch die riesigen Konstruktionen immer auch Lebensraum von Tieren und Menschen zerstört wird.

Eine Balance zwischen Umweltschutz und Gewährleistung von Energie und Trinkwasser zu finden, wird in den nächsten Jahren die Aufgabe von Politik, Unternehmen und Verbänden sein. (sg)