Zukünftig haben weltweit operierende brasilianische Unternehem bis zu fünf Jahre Zeit ihre Gewinnsteuern zu zahlen. /Copyright: Agência Brasil
Zukünftig haben weltweit operierende brasilianische Unternehem bis zu fünf Jahre Zeit ihre Gewinnsteuern zu zahlen. /Copyright: Agência Brasil

Zukünftig haben weltweit operierende brasilianische Unternehem bis zu fünf Jahre Zeit ihre Gewinnsteuern zu zahlen. /Copyright: Agência Brasil

Brasilien wird seinen multinationalen Konzernen mehr Zeit bei der Entrichtung der Gewinnsteuern einräumen. Zukünftig werden brasilianische Unternehmen, die im Ausland operieren, bis zu fünf Jahren haben, um die Steuern auf ihre Auslandsgewinne zu zahlen. Die am gestrigen Dienstag (12.11.) im brasilianischen Bundesanzeiger, dem „Diário Oficial da União“, veröffentlichte Regelung gilt ab 2014 auf freiwilliger Basis und ist ab dem Jahr 2015 verpflichtend. Nach der derzeitigen Regelung wurde die Zahlung im Jahr des Gewinnes fällig. Ursprünglich wurde eine Gesetzesänderung diskutiert, die eine achtjährige Frist vorsah.

Wie der Staatssekretär der Bundessteuerbehörde (Receita Federal), Dyogo de Oliveira, gegenüber der Presse bekannt gab, sei die Steuerzahlung fällig, sobald die Gewinne zurück nach Brasilien kämen. „Wenn nun 40 Prozent der Gewinne nach Brasilien eingeführt werden, werden auch nur auf diese 40 Prozent Steuern abverlangt. Es wird nur gezahlt, wenn die Steuern kommen und auch nur in der Höhe der Steuern“, so Dyogo de Oliveira. Dennoch gibt es zwei Bedingungen, die den Missbrauch und die Steuerflucht eindämmen sollen. Im Gewinnjahr sind bereits 25 Prozent zu entrichten, auch wenn diese nicht zurückgeführt werden. Für die restlichen 75 Prozent blieben den Unternehmen nach der neuen Regelung fünf Jahre Zeit.

Gleichzeitig sollen die im Ausland gemachten Schulden und Gewinne gegen einander gerechnet werden können. In einer Testphase von vier Jahren will das Finanzministerium erlauben, die in einem Land gemachten Schulden gegen die Gewinne aus einem anderen auszugleichen. Demzufolge dürften auch weniger Steuern zu entrichten sein. Zudem werden die Unternehmen von Steuern in Brasilien befreit, wenn sie diese bereits in einem anderen Land entrichtet haben. Hierzu müsste aber auch ein bilaterales Abkommen zwischen diesen Staaten bestehen, wie Dyogo de Oliveira bekräftigte. (ms)