ActionAid: Brasilien führt das Ranking zur Armutsbekämpfung an / Copyright: ActionAid

ActionAid: Brasilien führt das Ranking zur Armutsbekämpfung an / Copyright: ActionAid

Bereits zum dritten Mal in Folge führt Brasilien die Liste der Staaten, welche die Armut bekämpfen, auf dem vordersten Platz an. Gestern (10.10.) veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation ActionAid die Ergebnisse ihrer alljährlichen Untersuchungen, bei der Brasilien ihre Investitionen in die Landwirtschaft, vor allem in Familienbetrieben, zu Gute kam. Die darauf folgenden Plätze werden von Malawi, Ruanda, Äthiopien und Tansania besetzt.

In dem Bericht werden die Ergebnisse des Programms „Keinen Hunger“ (Fome Zero) erwähnt. Dieses hat die Kinderunterernährung zwischen 2002 und 2008 um 73 Prozent gesenkt. Zudem wurde der Artikel, der im Februar des vergangenen Jahres in die brasilianische Verfassung aufgenommen wurde und das Recht auf Ernährung sicherstellt, gelobt.

Eine der jüngsten Initiativen zur Bekämpfung des Hungers ist das Ernte-Programm der Familien-Landwirtschaft (Plano Safra da Agricultura Familiar), das 16 Milliarden Reais (rund 6,71 Milliarden Euro) umfasst und für die Produktion von Lebensmitteln und für die wirtschaftliche Organisation der Familien in den ländlichen Regionen verwendet wird.

Trotz der positiven Entwicklung weise Brasilien laut der Nichtregierungsorganisation Defizite in der Verteilung der Landesfläche auf, die gegenwärtig sehr ungleich sei. So seien 56 Prozent der fruchtbaren Flächen in Besitz von 3,5 Prozent ländlicher Eigentümer. Demnach besäßen 40 Prozent der ärmsten Bevölkerung nur ein Prozent dieser landwirtschaftlichen Anbauflächen.

„Brasilien muss diese tiefgreifende Ungleichheit lösen und sicherstellen, dass das Wachstum keine neue Ausgrenzung hervorbringt. Außerdem leben immer noch 16 Millionen Menschen in extremer Armut, die stark ausgegrenzt sind. Deshalb sind politische Maßnahmen notwendig, die auf diese Gruppe zugeschnitten sind“, erklärt Adriona Capolina von ActionAid. (gp)