Der brasilianische Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil
Der brasilianische Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Verteidigungsministerium gab am Wochenende bekannt, dass man ein Archiv mit Geheimakten des ehemaligen Militärregimes und dessen Streitkräfte (Estado-Maior das Forças Armadas, kurz: EMFA) gefunden habe. Die EMFA, eine Art Verteidigungsministerium, das alle Streitkräfte unter sich vereinte, wurde 1999 aufgelöst, nachdem das neue Verteidigungsministerium geschaffen wurde.

In dem Archiv seien Akten zu finden, die zwischen 1946 und 1991 verfasst wurden. Bei den Akten handelt es sich vor allem um administrativen Schriftverkehr zwischen Militärangehörigen und Regierungsmitgliedern. Insgesamt wurden 37 gebundene Bände voller Informationen gefunden, die das Siegel „geheim“ tragen. Außerdem liegen 52 weitere Bände mit Berichten vor.

Der Verteidigungsminister, Celso Amorim, gab das Auffinden des Archivs direkt an die Wahrheitskommission weiter. Die Wahrheitskommission soll Verbrechen, die während der brasilianischen Militärdiktatur geschehen sind, aufklären. Erst seit kurzer Zeit ist die Kommission intensiv im Einsatz. Es hatte lange gedauert, bis man sich zu einer solchen Kommission überhaupt durchringen konnte, denn der generelle gesellschaftliche Umgang mit der vergangenen Militärdiktatur ist in Brasilien weiterhin ein heikles Thema.

Celso Amorim wandte sich auch an den Justizminister, José Eduardo Cardozo, damit dieser eine Arbeitsgruppe ins Leben rufe, die mit der Auswertung und der Analyse der Akten beginnt. Ziel ist es, die Akten so aufzubereiten, dass sie schließlich für jeden brasilianischen Bürger zugänglich sind, der sich über Geschehnisse während der Diktatur informieren will. (sg)