Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) / Copyright: IBGE

Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) / Copyright: IBGE

Das brasilianische Institut für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IGBE) hat am vergangenen Mittwoch (11.01.) den für die Berechnung der monatlichen Preissteigerungen notwendigen Warenkorb (Índice de Preços ao Consumidor Amplo, kurz: IPCA) angepasst. Die bisherige Zusammensetzung des Warenkorbs stammte aus dem Jahr 2006 und enthielt einige Dinge, die heute nicht mehr zu den wesentlichen Produkten der brasilianischen Haushalte gehören. So wurden insgesamt 48 Produkte aus dem Warenkorb entfernt und durch 32 andere ersetzt. Insgesamt enthält der Warenkorb zur Berechnung der Teuerungsrate 365 Produkte unterschiedlicher Gewichtung für die monatlichen Ausgaben eines durchschnittlichen brasilianischen Haushalts.

Die Zusammensetzung des Warenkorbs aus den üblicherweise eingekauften Produkten eines brasilianischen Haushalts ist, neben der Gewichtung, entscheidend für die Berechnung der monatlichen Inflation, denn die Veränderung der Preise der einzelnen Produkte soll die Teuerungsrate für die Haushalte möglichst realistisch wiedergeben. Entfernt wurden deshalb aus dem bisherigen Warenkorb unter anderem Produkte wie der Stockfisch (Bacalhau), die Nähmaschine und das Fassbier. Neu hingegen sind der Lachs, Erdbeeren, DVDs und der Durchlauferhitzer für Duschen in den Warenkorb aufgenommen worden.

Die Änderungen basieren dabei auf einer regelmäßigen Studie zum Konsumverhalten brasilianischer  Haushalte (Pesquisa de Orçamentos Familiares, kurz: POF) und zeigen durch die neue Gewichtung der Produkte auch, wie sich die Konsumwünsche und das Kaufverhalten der Brasilianer seit 2006 verändert haben. Durch diese Änderungen sind auch die Erwartungen für die jährliche Inflation gesunken, da viele neu aufgenommene Produkte eine geringere Preissteigerung erwarten lassen, als für die bisherig zur Berechnung herangezogenen Waren. Auch wurden die Gewichtungen, mit der die Waren die Teuerungsrate beeinflussen, innerhalb des Warenkorbes angepasst und so nehmen Produkte des täglichen Konsum und Lebensmittel zukünftig einen kleineren Anteil an der Inflation ein, während beispielsweise Flugreisen und Kosten für das eigene Auto ein größerer Anteil an den Ausgaben der Haushalte beigemessen wird.

Durch diese Änderungen haben sich die Vorausberechnungen zur Inflation einzelner Institute für das Jahr 2012 um rund 0,3 bis 0,5 Prozent gesenkt. Damit wird für 2012 nur noch mit einer jährlichen Inflation von rund fünf bis 5,25 Prozent gerechnet. Bereits in der Berechnung zur Inflationsrate für den Januar dürften sich die Änderungen vom Freitag bemerkbar machen. Die brasilianische Regierung hat sich für 2012 zum Ziel gesetzt, die Preissteigerung unter fünf Prozent zu halten, aber auch mit den nun vorgenommenen Änderungen wird dieses Ziel schwierig zu erreichen. Im vergangenen Jahr lag die Teuerungsrate noch bei 6,5 Prozent und war die höchste seit dem Jahr 2004. (mas)