Brasilien kommt beim Human Development Index nur auf den 95. Platz, wenn man die soziale Ungleichheit in die Berechnung einbezieht. / Copyright: Wikimedia Commons, Klaus with K
Brasilien kommt beim Human Development Index nur auf den 95. Platz, wenn man die soziale Ungleichheit in die Berechnung einbezieht. / Copyright: Wikimedia Commons, Klaus with K

Brasilien kommt beim Human Development Index nur auf den 95. Platz, wenn man die soziale Ungleichheit in die Berechnung einbezieht. / Copyright: Wikimedia Commons, Klaus with K

Im internationalen Ranking zur menschlichen Entwicklung von 2013 hätte Brasilien schlechter abgeschnitten, wenn die soziale Ungleichheit im Land mit in die Bewertung eingeflossen wäre. Damit wäre das Land nicht auf Platz 79, sondern nur auf den 95. Rang gekommen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Pnud) verliert Brasilien 16 Positionen, wenn man den Wohlstandsindiaktor „Human Development Index“ (zu deutsch: Index für menschliche Entwicklung, kurz: IDH) mithilfe der sozialen Ungleichheit korrigiert.

Der an diesem Donnerstag (24.7) veröffentlichte IDH – bereinigt durch die soziale Ungleichheit – basiert auf den gleichen Parametern wie der traditionelle Index, aber geht dabei insbesondere auch auf die Ungleichheit beim Einkommen, bei der Bildung und der Lebenserwartung der Bevölkerung ein.

Im Fall von Brasilien liegt die größte Ungleichheit beim Einkommen vor mit einer durchschnittlichen Differenz von 39,7 Prozent zwischen armen und reichen Einwohnern. Bei der Bildung sind es 24,7 Prozent und 14,5 Prozent bei der Lebenserwartung. Damit liegen die Werte noch über dem Durchschnitt von ganz Lateinamerika und der Karibik, mit einer Ungleichheit beim Einkommen von 36,3 Prozent, bei der Bildung von 22,2 Prozent und 13,2 Prozent bei der Lebenserwartung. „Brasilien konnte in den vergangenen Jahren viele Fortschritte machen, aber es ist immer noch viel zu tun. Selbst mit der Reduzierung der Armut in den vergangenen Jahren, bleibt die Ungleichheit in Brasilien“, sagt der Pnud-Vertreter in Brasilien, Jorge Chediek.

In anderen BRICS-Staaten sieht die Ausprägung der Ungleichheit anders aus. In Indien beispielsweise liegt die größte Ungleichheit in der Bildung vor mit 42,1 Prozent, während die durchschnittliche Differenz beim Einkommen bei 16,1 Prozent liegt. Im Fall von Russland liegt die Ungleichheit beim Einkommen bei 22,9 Prozent, bei der Bildung gibt es so gut wie keine. Für China und Südafrika liegen die Daten des bereinigten IDH nicht vor. (ls