Der neue Präsident, Franco, hat auch mit der Akzeptanz in der eigenen Bevölkerung zu kämpfen / Copyright: Agência Brasil
Der neue Präsident, Franco, hat auch mit der Akzeptanz in der eigenen Bevölkerung zu kämpfen / Copyright: Agência Brasil

Der neue Präsident, Franco, hat auch mit der Akzeptanz in der eigenen Bevölkerung zu kämpfen / Copyright: Agência Brasil

Mehr als 110.000 Brasilianer oder Menschen brasilianischer Abstammung leben in Paraguay. Die meisten von ihnen sind vor mehr als zwanzig Jahren nach Paraguay gegangen und leben dort größtenteils von der Landwirtschaft im Südosten des Landes. In der vergangenen Woche wurde in Paraguay nun ein neuer Präsident gewählt, mit dem die brasilianische Regierung nicht einverstanden ist. Die Regierung Rousseff geht davon aus, dass der neue Präsident, Federico Franco, die Rechte der sogenannten Brasiguaios (in Paraguay lebende Brasilianer) nicht schützen werde.

Der brasilianische Botschafter, Héctor Cristalda, ist ebenfalls nicht von der Loyalität des Präsidenten Franco gegenüber den brasilianischen Landbesitzern in Paraguay überzeugt. In Gesprächen mit der brasilianischen Regierung sagte er, dass sich die Feindseligkeiten der paraguayanischen Bevölkerung gegenüber der Brasiguaios in den letzten Jahren verstärkt hätten. Sie würden verfolgt und von ihrer Arbeit abgehalten und sogar mit Waffen bedroht werden. Die Gewalt sei im ländlichen Bereich des Landes generell in den letzten Jahren angestiegen. Vor allen Dingen paraguayanische Landarbeiter, die selbst kein Land besitzen, würden unter keinen Umständen die brasilianischen Landbesitzer akzeptieren und wenn nötig mit Waffengewalt gegen diese vorgehen.

Paraguays neuer Präsident, Federico Franco, teilte unterdessen mit, dass die Brasiguaios ebenso paraguayanische Bürger seien wie alle anderen und dass er ihre Rechte verteidigen werde. Die Brasiguaois selbst scheinen guter Hoffnung zu sein und schenken dem neuen Präsidenten ihr Vertrauen. Sie glauben an die Unterstützung Francos und baten die brasilianische Regierung, ihn als neuen Präsidenten anzuerkennen. Auch der Außenminister Paraguays, José Félix Fernández Estigarribia, teilte mit, er wolle sich verstärkt der Problematik der Brasiguaios widmen. Er betonte allerdings auch, dass die Situation der paraguayanischen Landwirtschaft ein heikles Thema sei.

Federico Franco hat außerdem mit der Akzeptanz in der eigenen Bevölkerung zu kämpfen. Anhänger des Ex-Präsidenten, Fernando Lugo, halten ihm vor, nicht rechtmäßig an das Präsidentenamt gekommen zu sein. (sg)