Bei einer Demonstration wurden 1996 neunzehn Landarbeiter von der Militärpolizei getötet / Copyright: Agencia Brasil
Bei einer Demonstration wurden 1996 neunzehn Landarbeiter von der Militärpolizei getötet / Copyright: Agencia Brasil

Bei einer Demonstration wurden 1996 neunzehn Landarbeiter von der Militärpolizei getötet / Copyright: Agencia Brasil

Der Oberst der brasilianischen Militärpolizei Mário Colares Pantoja und der Major José Maria Oliveira müssen zehn Jahre nach ihrer Verurteilung und dem aussichtslosen Versuch auf Annulierung des Urteils ihre Haft antreten. Sie waren verurteilt worden, weil sie 1996 einen Einsatz leiteten bei dem 19 Menschen getötet und 66 verletzt worden waren. Teilnehmer der Bewegung für Landarbeiter ohne Land (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra, kurz: MST) hatten damals eine Straße blockiert, die von der Militärpolizei (Polícia Militar, kurz PM) geräumt werden sollte. Bei Auseinandersetzungen erschoss die PM bei dieser Aktion 19 Demonstranten, obwohl diese nur mit Steinen bewaffnet waren.

Oberst Pantoja war zu insgesamt 228 Jahren Gefängnis verurteilt worden, Major Oliveira zu 158 Jahren und vier Monaten. Pantoja hatte sich noch damit verteidigen wollen, dass er von dem ehemaligen Gouverneur Almir Gabriel den Befehl erhalten habe, die Straße „auf welche Weise auch immer“ zu räumen. Gabriel gab jedoch an, dass das Kommando der PM zum damaligen Zeitpunkt alleinige Entscheidungsfreiheit gehabt habe. Pantoja und Oliveira zeigen sich enttäuscht darüber, dass sie die alleinige Schuld tragen sollen – auch Oberst Fabiano Lopes, der damals Generalkommandant war, hätte ihrer Meinung nach einen Teil der Schuld tragen müssen.

Der Koordinator der MST im Bundesstaat Pará Ulisses Manaças zeigte sich allerdings erleichtert und sagte, die Verurteilung gäbe das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte Brasiliens zurück. (sg)