Von der Herabstufung durch S&P war Brasiliens Regierung nach eigenen Angaben überrascht worden. / Copyright: Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz

Der Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor’s am Donnerstag kann zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf lange Sicht führen, wie der Wirtschaftsprofessor der Universität Sao Paulo, Paulo Feldmann, warnt. Denn durch die Entscheidung würden die Investitionen der Großunternehmen im Land weiter sinken.

„Die Großunternehmen fahren ihre Investitionen bereits zurück und werden dies weiter tun. In der jetzigen Situation wird sich diese Entwicklung nur noch verstärken“, so Feldmann gegenüber der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil. „Investitionen von Großunternehmen schaffen in der Regel immer neue Arbeitsplätze. Weil es sich häufig um die Akquise neuer Fabriken und die Erweiterung der bisherigen Aktivitäten handelt.“

Nach Angaben des Professors werden voraussichtlich auch die Aktienfonds ihre Mittel zurückziehen, die sie in brasilianische Firmen und die Regierung investiert haben. „Diese Fonds müssen sich an die Bewertungen der Ratingagenturen halten. Wahrscheinlich werden sie daher deutlich weniger in Brasilien investieren, oder gar ihre Mittel abziehen, vor allem bei Investitionen in brasilianische Unternehmen.“

Feldmann ist dabei der Ansicht, dass die wirtschaftliche Situation Brasiliens nicht die Herabstufung rechtfertigt. Die Entscheidung sei politisch und weniger technisch gewesen, glaubt er. „Es war eine politische Entscheidung der Agentur, und Brasilien hat das nicht verdient. Es gibt Länder, die deutlich schlechter darstehen.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil