Guido Mantega, der brasilianische Finanzminister, was bei dem G20 Treffen anwesend / Copyright: Agência Brasil

Guido Mantega, der brasilianische Finanzminister, war bei dem G20-Treffen anwesend / Copyright: Agência Brasil

Beim gestrigen (26.02.) Treffen der größten Wirtschaftsmächte der Welt in Mexiko-Stadt, hatten sich die Finanzminister und Direktoren der Zentralbanken der G20-Staaten versammelt. Das Thema der Schuldenkrise in Europa dominierte die Gespräche unter den Anwesenden. Sie diskutierten, ob ab April ein zwei Billionen US-Dollar Hilfspaket zur weiteren Bekämpfung der Eurokrise und der Eindämmung ihrer Auswirkungen zur Verfügung gestellt werden soll. Dabei handle es sich praktisch um eine Aufstockung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) um ein Drittel plus eine Verdoppelung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Aus Brasilien war der Finanzminister, Guido Mantega, anwesend. Er sprach sich dafür aus, dass die Schwellenländer mehr Mittel als Hilfestellung für die Länder der Eurozone bereitstellen könnten. Im Austausch dafür sollte ihnen mehr Verantwortung und Macht innerhalb des IWFs übertragen werden. Mantega forderte jedoch ebenfalls, dass die betroffenen Länder in der Eurozone vorerst selber mehr mit ihren eigenen Fonds eintreten, und erläuterte, dass die Schwellenländer, wie Brasilien, nur unter zwei Bedingungen Hilfe leisten würden: erstens müssten die Länder der Eurozone ihre Schutzfonds verstärken, und zweitens müsste eine IWF-Reform umgesetzt werden.

Die Gespräche ergaben, dass die Erhöhung der IWF-Mittel an die Schaffung weiterer Antikrise-Maßnahmen geknüpft werde, teilte ein Abgeordneter gestern Abend nach Beendigung der Versammlung mit. Außerhalb der Eurozone scheint der Konsens zu herrschen, dass Europa erst einen geeigneten Mechanismus finden solle, bevor der Rest der Welt zusätzliche Mittel in den IWF pumpe. Auch der deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, bestätigte, dass nächsten Monat über eine mögliche Erhöhung des Schutzfonds entschieden werden solle. (jv)