Indonesien modernisiert seine Flotte mit brasilianischen Kampfflugzeugen / Copyright Wikimedia Giulliano B. Frassetto / Brazilian Air Force
Indonesien modernisiert seine Flotte mit brasilianischen Kampfflugzeugen / Copyright Wikimedia Giulliano B. Frassetto / Brazilian Air Force

Indonesien modernisiert seine Flotte mit brasilianischen Kampfflugzeugen / Copyright Wikimedia Giulliano B. Frassetto / Brazilian Air Force

Brasilien steht in den Startlöchern, in den kommenden Dekaden ein tonangebender Global Player zu werden. Brasilianische Sozial- und Zertifizierungsverfahren werden in alle Welt exportiert und nun startet auch die brasilianische Rüstungsindustrie in eine neue heiße Phase.

Wie der Air Marshall Dede Rusamsi, Chef der indonesischen Luftwaffe, mitteilte, werden die indonesischen Luftstreitkräfte mithilfe Brasiliens modernisiert. In diesem Rahmen werden die alten OV-10 Broncos, schnelle Jets, die zur Aufstandbekämpfung benutzt werden, durch brasilianische Super Tukane (Super Tucanos) Stück für Stück ersetzt. Zwei Packete à 4 Flugzeuge hat die indonesische Regierung bereits erhalten, eine weitere Lieferung von insgesamt zwölf Maschinen brasilianischen Fabrikats wird für Beginn kommenden Jahres erwartet.

Jedes Paket des brasilianischen Flugzeugherstellers Embraer kostet die Indonesier 143 Millionen US-Dollar.

Der Tukan, ein „Anti-Guerilla“-Flieger, kann für ein breites Spektrum an Aufgaben genutzt werden. Vornehmlich sollen die Piloten in den Bereichen Überwachung, Luftkampf und Aufstandbekämpfung mit dem Tukam trainieren.

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer ist nach der amerikanischen Boeing und dem europäischen Airbus der drittgrößte Flugzeughersteller der Welt. Allein 201o hat Embraer insgesamt 101 Verkehrsflugzeuge und 145 schnelle Jets verkauft.

Embraer ist ebenfalls an der Modernisierung der immer teurer werdenden brasilianischen Luftwaffe interessiert. In Kooperation mit Boeing konkurrieren sie um den Auftrag mit der französischen Dassault Aviation und dem schwedischen Konzern SAAB. Der mit Spannung erwartete Rüstungsdeal umfasst die Erneuerung von insgesamt 36 Flugzeugen der Luftstreitkräfte mit Kosten von bis zu vier Milliarden US-Dollar.

Bezüglich dieses Vorhabens wartet Präsidentin Dilma Roussef momentan jedoch noch die politische Wetterlage in ihrem Land ab. Für Roussef, die gerade von harten Verhandlungen mit den Arbeitern des öffentlichen Dienstes kommt, ist die Zustimmung für dieses Milliardenprojekt momentan politisch schwierig zu vermitteln, heißt es aus Regierungskreisen.

Doch auch wenn die verantwortlichen Militärs Roussef bei dem Zustand der brasilianischen Luftwaffe darauf drängen, schnell zu einer Entscheidung zu kommen, ist nicht davon auszugehen, dass die Vergabe des Auftrages noch 2012 bekanntgegeben wird.

Brasilien ist allerdings in Zugzwang seine Streitkräfte noch möglichst vor der Fußballweltmeisterschaft 2014  und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 zu modernisieren. (er)