Die brasilianische Zentralbank gab in diesen Tagen Daten zu ausländischen Direktinvestitionen bekannt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Dornicke

Die brasilianische Zentralbank gab in diesen Tagen Daten zu ausländischen Direktinvestitionen bekannt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Dornicke

Im Jahr 2012 gab es deutlich mehr ausländische Investitionen in Brasilien als am Anfang des Jahres erwartet. Das Interesse von multinationalen Unternehmen war unter anderem aufgrund der steigenden brasilianischen Kaufkraft und der großen Anzahl an Arbeitskräften gestiegen.

Die brasilianische Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) veröffentlichte kürzlich Daten über das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen (Investimentos Estrangeiros Diretos, kurz: IED). Im Zeitraum von Januar bis November 2012 wurden demnach insgesamt 59,89 Milliarden US-Dollar (rund 45,36 Milliarden Euro) in Brasilien investiert. Damit wurden die optimistischsten Erwartungen von Experten übertroffen und die zweithöchsten Investitionen seit Beginn der Messung getätigt. Lediglich im Jahr 2011 wurde von Seiten ausländischer Unternehmen mehr investiert.

Trotz der extrem positiven Zahlen macht sich mancherorts nun Misstrauen breit. Ob alle Investitionen letztlich in produktive Unternehmungen getätigt wurden oder ob Teile in spekulative Geschäfte im Finanzsektor geflossen sind, wurde bislang noch nicht geklärt.

Der Ökonom und Hochschulprofessor André Nassif sieht eine Gefahr darin, dass die Zinsen in Brasilien noch relativ hoch seien und dadurch Anreize entstehen, monetäre Spekulationen durchzuführen. Nassif befürchtet, dass diese rein spekulativen Geschäfte die Daten der Direktinvestitionen verfälschen könnten. Das Jahr 2013 könnte nach Angaben des Professors Klarheit schaffen. Sollte das Wirtschaftswachstum nur langsam voranschreiten, die ausländischen Direktinvestitionen jedoch weiter in großen Schritten ansteigen, so würde sich der Verdacht erhärten, dass einige ausländische Unternehmen vor allem in spekulative Finanzgeschäfte investieren.

Die Mitarbeiter der brasilianischen Zentralbank sehen bislang jedoch noch keinen Grund zur Beunruhigung. (sg)