Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei.. / Copyright: Agência Brasil
Eine Senkung des Basiszinssatzes soll zunächst vermieden werden / Copyright: Agência Brasil

Eine Senkung des Basiszinssatzes soll zunächst vermieden werden / Copyright: Agência Brasil

Die Höhe der Inflation in Brasilien stieg im Januar um einen Rekordwert von 0,86 Prozent auf 6,15 Prozent. Dieser Wert übertraf alle gemessenen Inflationswerte der letzten acht Jahre. Dies könnte laut Experten nun zu einer Änderung der Wirtschaftspolitik der Regierung Rousseff führen, die bislang für ihre Zinssenkungen bekannt war. Mögliches Instrument zur Senkung der Inflation könnte die weitere Senkung der Energiekosten sein.

Der momentane Zuwachs der Inflation, ein allgemeiner Preisniveauanstieg also, weckt jedoch bei der brasilianischen Zentralbank (Banco Central) die Idee, noch einmal den Basisleitzins zu senken, der sich bereits jetzt mit 7,25 Prozent auf dem niedrigsten jemals gemessenen Wert befindet.

Der Verbraucherpreisindex (Índice Nacional de Preços ao Consumidor Amplo, kurz: IPCA) stieg im vergangenen Monat um 0,86 Prozent. Dies sei der stärkste monatliche Anstieg seit April 2005, erklärten Wirtschaftsexperten. Insgesamt überstieg der IPCA in den vergangenen zwölf Monaten 6,15 Prozent. Demgegenüber steht eine Inflation von rund 5,84 Prozent Ende 2012.

Mitarbeiter der Zentralbank erklärten, dass die Entwicklung der Inflation in den nächsten Monaten bestimmen werde, ob und um wie viel Prozentpunkte der Basisleitzins gesenkt werde. Ökonomen wie Newton Rosa von der Südamerikanischen Investitionsbank (Banco Sulamérica Investimentos) hoffen, dass die Inflation in Brasilien Ende dieses Jahres auf einem Niveau von 5,5 bzw. sechs Prozent liegen wird. Rosa begrüßte, dass die Regierung zunächst andere Mittel zur Inflationssenkung in Erwägung ziehe und nicht direkt eine Zinssenkung veranlasse. (sg)