Von 2010 bis 2014 stiegen die Flüchtlingszahlen in Brasilien enorm an / Copyright: Agência Brasil
Von 2010 bis 2014 stiegen die Flüchtlingszahlen in Brasilien enorm an / Copyright: Agência Brasil

Von 2010 bis 2014 stiegen die Flüchtlingszahlen in Brasilien enorm an. / Copyright: Agência Brasil

In den vergangenen vier Jahren ist die Anzahl an Flüchtlingen in Brasilien von 4.357 im Jahr 2010 auf 7.289 im Oktober dieses Jahres angestiegen, so teilte am Dienstag (18.11.) das Nationale Flüchtlingskomitee CONARE (Comitê Nacional para os Refugiados) mit. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich auch die Anzahl der Asylanträge an die brasilianische Regierung um 1.240 Prozent, von 150 auf 2.032. „Brasilien hat sich zu einem Zielort des Schutzes für Flüchtlinge entwickelt und der Anstieg der Anträge ist mit der höheren internationalen Transparenz unseres Landes zu erklären“, kommentierte der Leiter des CONARE Paulo Abrão.

Allein in den vergangenen zwei Jahren vervierfachten sich die Flüchtlingszahlen in Brasilien. Die Flüchtlinge kommen aus 81 verschiedenen Ländern, vor allem aus Syrien, Kolumbien, Angola und der Demokratischen Republik Kongo. Auch Libanesen, Liberianer, Palästinenser und Bolivianer sind vertreten. Verändert hat sich die Situation vor allem 2012, als eine neue Klausel zur Beendigung der Zuflucht für Angolaner und Liberianer gültig wurde. Diese Personen erhielten einen permanenten Aufenthaltsstatus im Land.

Laut Abrão müsse Brasilien allerdings die Rechtssprechung hinsichtlich der Flüchtlingsfrage aktualisieren, um den Eintritt dieser Personen weiter zu erleichtern und deren Rechte zu garantieren. Auch wies er darauf hin, dass während der Militärdiktatur vielen Brasilianern Zuflucht in anderen Ländern gewährleistet wurde. Nun sei es an Brasilien, anderen Menschen zu helfen.

Der Nationalen Flüchtlingsagentur (Agência das Nações Unidas para Refugiados) zufolge könne man den Anstieg an syrischen Flüchtlingen mit den Konflikten in Syrien erklären und dem relativ leichten Zugang dieser Bevölkerung zu Brasilien, durch ein Touristenvisum und 90 Tagen Frist für den Asylantrag. Die Abnahme des Prozentsatzes an kolumbianischen Flüchtlingen sei den Fortschritten bei den Friedensverhandlungen mit den kolumbianischen revolutionären Streitkräften im Land zu verdanken. (ds)