Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei.. / Copyright: Agência Brasil
Die Inflation in Brasilien bleibt laut Experten unterhalb des Höchstwertes / Copyright: Agência Brasil

Die Inflation in Brasilien bleibt laut Experten unterhalb des Höchstwertes / Copyright: Agência Brasil

Die Erhöhung des Basiszinssatzes (Selic) auf 8,5 Prozent pro Jahr durch die brasilianische Zentralbank (Banco Central) soll die steigende Inflation aufhalten. Die Inflation bleibe durch einen hohen Basiszinssatz unter der durch Experten vorausgesagten Obergrenze, erklärte Newton Marques, Professor für Wirtschaft an der Universität von Brasília (Universidade de Brasília, kurz: UnB).

Die Obergrenze wurde im letzten Jahr von Ökonomen und Finanzexperten auf 4,5 Prozent festgesetzt. Schwankungen von zwei Prozentpunkten nach oben oder unten sind dabei normal. Seit April wurde der Basiszinssatz nun zum dritten Mal erhöht, da die Inflationsrate Brasiliens mittlerweile bei knapp 6,5 Prozent liegt und sich damit nur knapp unter dem Höchstwert befindet. Marques erklärte, dass man nun abwarten müsse wie der interne Markt auf die Erhöhung des Selic reagiere. Normalerweise bedeutet eine Steigerung des Selic, dass die Wirtschaftsaktivität für eine gewisse Zeit sinkt, berichtet Marques, Investitionen würden geringer und die Verbraucher hielten sich mit dem Konsum zurück. Diese beiden Effekte könnten kurzfristig den Druck herausnehmen.

Zwar macht auch die anhaltende Entwertung des Real im Vergleich zum US-Dollar der brasilianischen Inflation zu schaffen, dies sei jedoch kein langfristiger Trend, versichert der Hochschulprofessor. Eine Auswirkung auf die Preise aufgrund des fallenden Wechselkurses sei noch nicht abzusehen.

Die brasilianische Präsidentin garantierte während einer Rede in der letzten Woche, dass Wirtschaftsexperten und Politiker die Inflation im Griff haben und es sich bei dem Inflationsanstieg um saisonale Schwankungen handele, die absolut im Rahmen lägen. (sg)