Die Präsidentin Dilma Rousseff auf dem Sozialforum in Porto Alegre / Copyright: Agência Brasil

Die Präsidentin Dilma Rousseff auf dem Sozialforum in Porto Alegre / Copyright: Agência Brasil

Das thematische Sozialforum (Fórum Social Temático, kurz: FST) zu unterschiedlichen Themenbereichen, die die Zivilgesellschaft derzeit bewegen, findet vom 26. bis zum 29. Januar in Porto Alegre im Bundesstaat Rio Grande do Sul statt. Einzelne Foren befassen sich während der Konferenz mit den Themen Umweltschutz, dem Einfluss der internationalen Krise auf arme Bevölkerungsschichten und Themen der sozialen Gerechtigkeit. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff besuchte gestern das Sozialforum und nutzte die Gelegenheit, mit einzelnen Repräsentanten verschiedener Organisationen der Zivilgesellschaft zum UN-Gipfel Rio+20 Umweltthemen zu diskutieren. Der UN-Gipfel Rio+20 wird im Juni diesen Jahres in Rio de Janeiro stattfinden und soll die globale Agenda für nachhaltiges und umweltbewussteres Wachstum formulieren.

Einige Teilnehmer des Sozialforums kritisieren die Konferenz Rio+20 und deren Inhalt, da für sie das neue grüne ökonomische Modell nur eine einfache Modifizierung des aktuell bestehenden Modells darstelle und kein echter Wechsel der Form sei, wie die meisten Länder dieser Erde derzeit wirtschaften. Bei dem Gespräch mit der Präsidentin Dilma Rousseff waren unter anderem der Dachverband der brasilianischen Nichtregierungsorganisationen (Associação Brasileira de Organizações Não Governamentais, kurz: ABONG),  die Zentralunion der Arbeiter (Central Única de Trabalhadores, kurz: CUT), der internationale Marsch der Frauen (Marcha Mundial das Mulheres) und Greenpeace beteiligt. Dabei stellte das Gespräch einen Annäherungsprozess der Beteiligten dar und Ziel war es vor allem, Punkte der Übereinstimmung zu finden. Neben der Präsidentin nahmen auch zahlreiche Minister und andere Politiker an dem Gespräch mit den Organisationen teil.

Nach den Unterhaltungen sprach die Präsidentin noch vor den Teilnehmern des Sozialforums in einer Rede über die aktuelle globale Situation und die Auswirkungen, welche die Krise auf die soziale Kohäsion in Brasilien haben kann. „Brasilien ist heute ein anderes Land. Niemand kann uns das mehr nehmen. Wir sind nun stärker, weiter entwickelt und mehr respektiert“, sagte die Präsidentin in Bezug auf das ökonomische und soziale Modell ihrer Regierung zum Schluss ihrer Rede. (mas)