Indigene Gruppen werden von der brasilianischen Regierung mit ihren Problemen oft allein gelassen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tetraktys
Indigene Gruppen werden von der brasilianischen Regierung mit ihren Problemen oft allein gelassen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tetraktys

Indigene Gruppen werden von der brasilianischen Regierung mit ihren Problemen oft allein gelassen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tetraktys

Brasilianische Indigene der Gruppe Pukobjê-Gavião bitten die Bundespolizei (Polícia Federal) um Hilfe beim Kampf gegen illegale Abholzung durch mehrere Unternehmen.

Im Gebiet der Pukobjê-Gavião in den Bundesstaaten Piauí und Maranhão war es in der letzten Woche zu Zusammenstößen zwischen Indigenen und Holzfällern gekommen. Dabei wollten die Indigenen den Abtransport von illegal gefälltem Holz verhindern und beschlagnahmten vier beladene Lastkraftwagen. Aus Angst vor Repressalien durch die Mitarbeiter der Holzunternehmen bitten sie nun um Unterstützung bei der Bundespolizei.

Ubirajara Guará, Vorsteher des Indigenen-Dorfes Nova, erklärte, dass ihnen nichts anderes übrig bliebe, als selbst aktiv zu werden. Die Holzfäller würden sich ihren Dörfern immer weiter nähern und ihren Lebensraum bedrohen. In der letzten Woche sei ihr Stromnetz sabotiert worden. Ohne Hilfe oder Präsenz der Bundespolizei fürchten die Indigenen um ihr Leben, betont Ubirajara Guará, denn es sei in der Vergangenheit schon mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen und sogar zu Morden gekommen.

Es war nicht das erste Mal, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Indigenen und Holzfällern gekommen ist, berichtet der Leiter des Regionalbüros des Brasilianischen Instituts für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis, kurz: Ibama). Bereits im Jahr 2010 sei es zu gewaltsamen Konflikten gekommen.

Für den Missionar Felipe Dias Lucas liegt das Problem bei den verantwortlichen Regierungsgruppen. Sie hätten bislang keine zufriedenstellenden Lösungsvorschläge gemacht. Deswegen würden die Indigenen nun selbst aktiv, erklärt Lucas, dies wiederum führe aber zu immer größer werdenden Spannungen zwischen den beiden Gruppen. Es sei unbedingt notwendig, dass der brasilianische Staat verstärkt eingreife.

Die Bundespolizei gab an, dass sie lediglich 22 Polizisten für einen limitierten Zeitraum zum Schutz in das Gebiet der Indigenen abstellen könne. Dabei wäre es viel entscheidender, keine punktuellen Maßnahmen vorzunehmen, sondern langfristig Lösungen zu finden. (sg)