Die IBDD fordert eine striktere Umsetzung der Rechte von behinderten Menschen / Copyright: Agência Brasil
Die IBDD fordert eine striktere Umsetzung der Rechte von behinderten Menschen / Copyright: Agência Brasil

Das IBDD fordert eine striktere Umsetzung der Rechte von behinderten Menschen / Copyright: Agência Brasil

Nach diskussionsreichen Jahren werden die Rechte von behinderten Menschen nun Thema der brasilianischen Regierung. Teresa d’Amaral, die Leiterin des Brasilianischen Instituts für die Rechte der Menschen mit Behinderung (Instituto Brasileiro dos Direitos de Pessoas com Deficiência, kurz: IBDD) zeigte sich erfreut über die Berücksichtigung des Themas in der brasilianischen Politik und in der Presse. Die Umsetzung der Forderungen würden aber weiterhin deutlich zu langsam geschehen, betonte d’Amaral.

Ihrer Meinung nach hat die brasilianische Legislative in den letzten Jahren exzellente Arbeit geleistet. Die Basis für eine adäquate Integration von behinderten Menschen sei also gegeben, so d’Amaral, dennoch scheitere es weiterhin an vielen Dingen. So sei beispielsweise weiterhin nicht dafür gesorgt, dass Menschen mit Behinderung die öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei nutzen können. Außerdem sei der Zugang zu öffentlichen und privaten Gebäuden, zu Universitäten und Restaurants in den meisten Fällen nicht möglich.

Die Leiterin des IBDD forderte stellvertretend für alle behinderten Menschen, dass die brasilianische Regierung sich deutlich mehr für die Umsetzung der behindertenfreundlichen Gestaltung des alltäglichen Lebens einsetzen solle. Außerdem setzte sie sich für die Sensibilisierung der brasilianischen Gesellschaft ein. Verständnis für Menschen mit Behinderung suche man in der breiten Masse der Gesellschaft bislang vergeblich.

Um die Probleme behinderter Menschen zu diskutieren und mögliche Lösungen zu finden, findet in dieser Woche die dritte Nationale Konferenz der Rechte der Menschen mit Behinderung (Conferência Nacional dos Direitos da Pessoa com Deficiência) in Brasília statt. Hauptthemen der Konferenz werden neue Perspektiven und bestehende Herausforderungen für das alltägliche Leben mit einer Behinderung sein.

Die brasilianische Regierung gab derweil bekannt, dass bis 2014 insgesamt 7,6 Milliarden Reais (rund 2,7 Milliarden Euro) in Projekte investiert werden sollen, um behinderten Menschen den Zugang und die Nutzung öffentlicher Orte und Verkehrsmittel zu erleichtern. (sg)