Die Krankenhäuser sind in Rio de Janeiro häufig personell unterbesetzt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova
Die Amib drängt auf Schulungen der Intensiv- und Unfallmediziner / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova

Die Amib drängt auf Schulungen der Intensiv- und Unfallmediziner / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova

Die Vereinigung für Brasilianische Intensivmediziner (Associação de Medicina Intensiva Brasileira, kurz: Amib) will zukünftig Schulungen zur richtigen Behandlung bei Katastrophen durchführen. Dabei sollen alle Ärzte, die in Unfall- und Intensivstationen tätig sind, unterrichtet werden. Anlass ist das schwere Unglück in einer Disko im Süden Brasiliens, bei dem über 230 Menschen ums Leben kamen.

Die Amib, die alle Fachärzte für Intensiv- und Unfallmedizin vertritt, will bei den Schulungen auf das nordamerikanische System Fundamental Disaster Management (kurz: FDM) der dortigen Ärztevereinigung zurückgreifen. In den USA gibt es seit über acht Jahren ein System, das Krankenhäuser auf die gleichzeitige Versorgung von vielen Schwerverletzten vorbereitet.

Im April sollen nun erstmalig Schulungen in Goiânia und in São Paulo stattfinden. José Mário Teles, der Präsident der Amib sagte, dass es auf die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium ankomme, ob die Schulungen in ganz Brasilien stattfinden.

Im Hinblick auf die beiden sportlichen Großereignisse, die in den nächsten drei Jahren in Brasilien stattfinden werden (Fußballweltmeisterschaft und Olympische Spiele) sei die intensive Schulung und Spezialisierung der Krankenhäuser dringend notwendig, betonte Teles. Der Präsident sieht die brasilianischen Krankenhäuser bislang noch nicht in der Lage, auf eine große Anzahl von Verletzten schnell reagieren zu können. Die Auslastung der meisten brasilianischen Krankenhäuser läge bereits bei 100 Prozent. Man müsse Kontingente schaffen, die die zeitgleiche Aufnahme einer Vielzahl von Opfern möglich mache, erklärt Teles. (sg)