Brasilien investiert in Leder- und Schuhindustrie / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei

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Die Leder- und Schuhindustrie Brasiliens setzt auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Innovation und Design, um die Exporte voranzutreiben, den Wert der Produkte zu steigern und auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu sein.

Mit 500.000 Arbeitskräften im Land versucht Brasilien, die hohen Produktionskosten zu reduzieren, so Deborah de Oliveira Rossoni, Leiterin der Lederindustrie der Brasilianischen Agentur für Exportpromotion und Investitionen (Agência Brasileira de Promoção de Exportações e Investimentos, kurz: APEX-Brasil).

Laut Rossoni sei ein zweiter wichtiger Faktor für diesen Sektor die Nachhaltigkeit, da Leder in jeder Produktionsphase bis hin zum Endprodukt ein sehr sensibles Material darstelle. „Die Nachhaltigkeit ist für die brasilianische Regierung ein sehr wichtiges Thema. Heutzutage schaut die ganze Welt auf Brasilien und sucht nach Nachhaltigkeit von Produkten und Herstellungsprozessen“, so Rossoni.

Rossoni nahm am Leder-Weltkongress in Rio de Janeiro teil, der vom Internationalen Gerbstoffrat (Conselho Internacional de Curtumes, kurz: ICT) und vom Zentrum der Industrien und Gerbstoffe Brasiliens (Centro das Indústrias de Curtumes do Brasil, kurz: CICB) veranstaltet wurde.

Der Präsident des ICT und des CICB, Wolfang Goerlich, teilte mit, dass das Ziel für 2011 sei, Waren im Wert von ca. zwei Milliarden US-Dollar zu exportieren, aber durch die weltweite Wirtschaftskrise sei die Situation für das kommende Jahr noch unklar. Im letzten Quartal seien die Anfragen nicht nur in Brasilien, sondern auf der ganzen Welt gesunken.

Bezüglich des Produktes Leder stellte Rossoni Veränderungen im Exportbereich in den letzten zehn Jahren fest. Im Jahr 2000 bestanden die Exporte zu 70 Prozent aus Wet blue-Leder (feuchtes chromgegerbtes Leder, was weder durchgefärbt noch zugerichtet ist) und zu 30 Prozent aus fertigem Leder. 2000 kam man auf eine Summe von 760 Millionen US-Dollar durch Exporte. Im letzten Jahr wurde der Wert 2,2 Milliarden US-Dollar erreicht.

Heute hätten sich die prozentualen Zahlen vertauscht, 70 Prozent bestünden aus fertigem Leder und 30 Prozent aus Wet blue-Leder. Die Veränderung würde zeigen, dass die Industrie an Wert zugenommen habe, so Rossoni.

Zwischen 2000 und 2010 konnte in der Lederindustrie ein Anstieg der Lederimporteure von 25 Prozent verzeichnet werden. Derzeit gäbe es die meiste Nachfrage aus Italien und den USA, Ländern, die von der Wirtschaftskrise betroffen seien.

Das Ziel der APEX-Brasil und der CICB sei, die Exporte in die bereits bestehenden Länder zu intensivieren und den Markt zu erweitern, um die Abhängigkeit Brasiliens von den USA und von Europa zu verringern. (ds)