Dilma Rousseff bei der Bekanntmachung der ausgewählten Projekte im Rahmen der PAC-Programms Urbane Mobilität / Copyright: Agência Brasil

Dilma Rousseff bei der Bekanntmachung der ausgewählten Projekte im Rahmen der PAC-Programms Urbane Mobilität / Copyright: Agência Brasil

Gestern (24.04.) wurden von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff Projekte aus dem Bereich Urbane Mobilität vorgestellt, die als Teil des Wachstumsbeschleunigungsprogramm (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC) ausgewählt wurden.

Brasilien müsse vor allem in die Stadtbahnnetze (U-, S- und Straßenbahnen) investieren. Das sei eine doppelte Herausforderung, denn früher hatten die Stadtverwaltungen kein Geld für die extrem teuren Umbauten und heute würden sie unter großen Schwierigkeiten leiden, die Stadtbahn in eine funktionierende Stadt hinein zu bauen. So rechtfertigte die Präsidentin Rousseff die Notwendigkeit, in das urbane Schienenverkehrsnetz in brasilianischen Großstädten zu investieren. „Darüber hinaus müssen wir auf die Nachhaltigkeit achten und garantieren, dass weniger Zeit der Menschen in einem günstigeren und umweltfreundlicheren Transport verloren geht“, sagte die Präsidentin.

Durchschnittlich verbringe der Brasilianer heute vier Stunden am Tag auf dem Hin- und Rückweg zwischen dem Zuhause und der Arbeitsstätte. Diese Zeit könnte durch Stadtbahnnetze stark reduziert werden. Der Städteminister, Agnaldo Ribeiro, wies ebenso darauf hin, dass durch die entstehenden Bauarbeiten Tausende von Arbeitsplätzen entstehen werden.

Das PAC-Programm Urbane Mobilität wird mit 32 Milliarden Reais (knapp 13 Milliarden Euro) ausgestattet, von denen 22 Milliarden Reais (etwa 8,9 Milliarden Euro) aus Bundesregierungsressourcen gedeckt werden. Davon sollen Stadtbahnprojekte, Leichtschienenfahrzeuge (veículo leve sobre trilho, kurz: VLT) und Busspuren finanziert werden, die den Einwohnern von Städten mit über 700.000 Einwohnern zugute kommen sollen. In insgesamt 18 Bundesstaaten werden somit 51 Gemeinden von den Maßnahmen profitieren. Hochrechnungen der Regierung zufolge würden damit 53 Millionen Brasilianer erreicht werden.

Unter den geplanten Bauarbeiten sind mehr als 600 Kilometer Busspuren sowie 380 dazugehörige Stationen und Haltestellen, 200 Kilometer Stadtbahnstrecken und mehr als 1.000 Schienenfahrzeuge. (jv)