Die Einschreibungen in das Progamm Mais Médicos endete um Mitternacht / Copyright: Agência Brasil
In wirtschaftlich schwachen Regionen werden dringend Ärzte gebraucht / Copyright: Agência Brasil

In wirtschaftlich schwachen Regionen werden dringend Ärzte gebraucht / Copyright: Agência Brasil

Obwohl die brasilianische Medizin in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, kämpft sie weiterhin gegen altbekannte Erkrankungen wie Dengue, Malaria, Lepra und Tuberkulose. Die Krankheiten stellen das Gesundheitssystem des Landes vor eine große Herausforderung.

Nach Informationen der Wissenschaftlerin Tânia Araújo Jorge der Stiftung Oswaldo Cruz (Fundação Oswaldo Cruz, kurz: Fiocruz) tragen die Lebensumstände einer breiten Schicht zur stetigen Verbreitung der Krankheiten, die im 19. Jahrhundert ausbrachen, bei. Brasilianer die an diesen Krankheiten erkranken seien meistens wirtschaftlich schlecht aufgestellt, weswegen man von Armutserkrankungen spricht. Schlechte Wasserqualität und ein niedriger Bildungsstand tragen zur Verbreitung bei. Außerdem trage die weltweite Pharmaindustrie nicht zur Bekämpfung der Krankheiten bei. Da die Erkrankungen in den meisten Ländern der Welt nicht mehr existieren und Erreger lediglich in armen Regionen überleben konnten, scheinen den großen Konzernen Investitionen in mögliche Impfstoffe nicht profitabel. Die Expertin kritisierte auch das brasilianische Gesundheitssystem, welches in den wirtschaftlich schwachen Regionen ihrer Meinung nach deutlich mehr Ärzte und ausgebildetes medizinisches Personal entsenden müsste. Darüber hinaus bemängelte Tânia Araújo Jorge, dass die Regierung Brasiliens keinen einheitlichen Plan habe, wie sie die Erkrankungen bekämpfen will.

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums (Ministério da Saúde) gab es im Jahr 2012 33.000 neue Fälle von Lepraerkrankungen. Ärzte und Wissenschaftler plädieren für größere flächendeckende Investitionen in das brasilianische Gesundheitssystem, um Neuerkrankungen eindämmen zu können. (sg)