„Brasilien hat sich in der letzten Dekade erstaunlich gut geschlagen. Dennoch wächst es unter seinem Potenzial, weil vor allem die Industrie zu wenig investiert. Zinssenkungen sollen einen dringend notwendigen Produktivitätsschub auslösen.

Als der Goldman-Sachs-Chefökonom Jim O’Neill vor elf Jahren erstmals das Akronym Bric (Brasilien, Russland, Indien, China) vorstellte, waren die meisten Ökonomen erstaunt, dass er Brasilien zur Gruppe der schnellstwachsenden Volkswirtschaften weltweit zählte. Selbst die Lateinamerika-Experten bei Goldman Sachs waren skeptisch. Schliesslich drohte Brasilien gerade zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig zu werden. Nur ein Kredit des Internationalen Währungsfonds (IMF) Mitte 2002 verhinderte, dass Brasilien dem Schicksal des Nachbarlandes Argentinien folgte. Ein Land mit chronischen Schulden, das ein Dutzend Abkommen mit dem IMF nicht eingehalten hatte, sollte also Teil der Wachstumselite unter den Volkswirtschaften sein? Heute lässt sich sagen: O’Neills Prognose zu Brasilien hat sich als korrekt und visionär erwiesen.“ (NZZ Online)

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