Eine geringere Nachfrage nach Rohstoffen aus China würde Brasilien nur gering treffen. / Copyright WikiCommons Autorin: Stefanie Roth, Projektträger Jülich
Eine geringere Nachfrage nach Rohstoffen aus China würde Brasilien nur gering treffen. / Copyright WikiCommons Autorin: Stefanie Roth, Projektträger Jülich

Eine geringere Nachfrage nach Rohstoffen aus China würde Brasilien nur gering treffen. / Copyright Wikimedia Commons, Stefanie Roth

Von einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, wie derzeit absehbar, wäre Brasilien am wenigsten auf dem lateinamerikanischen Kontinent betroffen. Dies legt eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) nahe. Demnach würde sich ein Rückgang des chinesischen BIP von einem Prozent mit einem Minus von 0,1 Prozent beim brasilianischen BIP bemerkbar machen. Und zwar drei Jahre später, wie die Zeitung Valor Econômico (17.8.) berichtet.

Laut IWF-Bericht seien Negativentwicklungen der chinesischen Wirtschaft in anderen lateinamerikanischen Staaten mehr zu spüren. Bei zwölf Rohstoff exportierenden Staaten der Region würde sich dies mit einem Rückgang von durchschnittlich 0,4 bis 0,5 Prozent am BIP auswirken. Dabei, so der Verfasser der Studie Bertrand Gruss, seien Honduras und Peru mit 0,9 Prozent Abschwächung überdurchschnittlich betroffen und gefährdet. Dies verweise auf die hohe Abhängigkeit vom Export nach China. „Brasilien mit seiner weniger offenen Wirtschaft zeigt weniger Anfälligkeit“, heißt es in der Studie.

Grund sei die geringe Bedeutung von Importen und Exporten am brasilianischen BIP. Zusammen kämen diese auf 28 Prozent am BIP. Bei Honduras mit 117 Prozent und Peru mit 48 Prozent lägen die Werte deutlich höher, so Zahlen der Weltbank. „Grundsätzlich belegt die Studie, dass ein langsameres Wirtschaftswachstum in China ein zentrales Risiko für die lateinamerikanischen Rohstoff exportierenden Länder darstellt“, heißt es weiter im Text. Eine Preisschwankung bei Rohstoffen hätte starke Auswirkungen auf die Region – weniger aber für Brasilien.

China ist derzeit für 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an nicht erneuerbaren Energieträgern, für 23 Prozent der Getreide- und Reiskonsums und gar 40 Prozent der wichtigsten Metalle verantwortlich, so eine IWF-Studie, auf die sich Gruss stützt. Für die Jahre 2014 bis 2019 sieht Gruss ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum für die meisten lateinamerikanischen Länder voraus, da sich der Appetit aus China verringern werde. Bei einem Minus von einem Prozent des chinesischen BIP sinke das Wachstum in der Region um drei Prozent, in manchen Fällen gar um acht Prozent. (ms)