Begehrte Plätze die weniger werden. Dafür steigen die Preise. / Copyright: Agência Brasil
Begehrte Plätze die weniger werden. Dafür steigen die Preise. / Copyright: Agência Brasil

Die begehrte Plätze werden weniger. Dafür steigen die Preise. / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Fußball-Fan erlebte im Jahr 2013 eine drastische Verteuerung der Eintrittspreise. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Preissteigerung der Stadionplätze durchschnittlich 31,5 Prozent. Im Jahr 2012 stiegen die Preise nur um 13,6 Prozent. Dies geht es aus einer von der brasilianischen Tageszeitung Valor Econômico am gestrigen 08.01. zitierten Studie der Pluri Consultoria hervor.

Ursache für die Preissteigerung sind einerseits der Wechsel von Stadienbetreibern und die sportlichen Großereignisse in den Jahren 2013 und 2014. „Der große Schlag war der Confederations-Cup“, wie der Direktor von Pluri Consultoria Fernando Ferreira bestätigt. Zudem seien durch besondere Event-Spiele mancher Vereine die Preise zusätzlich erhöht worden.

Die Erhöhung der Eintrittspreise sei vor allem eine Folge der Verringerung der Stadionplätze wie in Curitiba oder Rio de Janeiro. Die Vereine und Stadienbetreiber folgten hierbei den FIFA-Auflagen, um die Stadien auf die Fußball-WM im Juni dieses Jahres vorzubereiten. In der Regel wurden Stehplätze durch die teureren Sitzplätze ersetzt, was sich zudem in einer Verknappung der Gesamtanzahl niederschlug. Um aber die geringere Verkaufszahl von Eintrittskarten auszugleichen, werde auf höhere Preise gesetzt, so die Studie.

Laut der Erhebung kostete das billigste Ticket im Durchschnitt aller 20 Erstliga-Clubs 45 Reais (circa 13,9 Euro). Im Jahr 2012 habe der Durchschnittswert noch 34,23 Reais (circa zehn Euro) und 2009 noch 18,34 Reais (rund 5,60 Euro) betragen. Hierbei wurden nur Tickets aus dem Einzelverkauf, nicht aber die für Mitglieder oder Abonnenten bewertet. „Wen diese Preise erschrecken, muss wissen, dass die durchschnittlichen Kosten für ein Ticket um ein Vielfaches höher liegen“, so Ferreira.

Ein weiterer Grund für die Preissteigerung sei eine neue Figur auf dem Fußballmarkt. Private, auf die Verwaltung spezialisierte Unternehmen wie Odebrecht, seien für die neuen Stadien verantwortlich. Ihre Preisgestaltung unterscheide sich von der traditioneller Fußballvereine. Zum einen verbinde sie keine Geschichte mit dem Club. Zum anderen seien sie flexibler in der Preisgestaltung. Generell seien die Tickets so teurer. Schneller als früher jedoch könnten die Ticketpreise sinken, wenn die Gefahr drohe, dass das Stadion nicht voll wird. (ms)