Müdes Stromnetz Brasilien: Kontrollen angekündigt / Copyright Agência Brasil

Müdes Stromnetz Brasilien: Kontrollen angekündigt / Copyright Agência Brasil

Um auf die häufigen Stromausfälle im brasilianischen Stromnetz zu reagieren, ordnete die Präsidentin Dilma Rousseff Überraschungskontrollen in mehr als 40 Umspannanlagen und Stromverteilerstationen des Landes an.

Seit September 2012 ereigneten sich sechs große Stromausfälle des Netzes, sogenannte Blackouts. Dabei legten lokale Kurzschlüsse in Umspannwerken oder Verteilerstationen eine Kettenreaktion frei und ließen mitunter mehrere Landesteile gleichzeitig für bis zu zwei Stunden ohne Strom. Der letzte totale Stromausfall trat erst vor einigen Wochen auf und erfasste elf Bundesstaaten (Acre, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Goiás, Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul, Espírito Santo, Rio de Janeiro, São Paulo und Minas Gerais).

Die Kontrolleure haben nun die Aufgabe, zuerst jene 40 Anlagen zu überprüfen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Bedeutung für die Versorgung als besonderer Risikofaktor eingestuft wurden. Die Präsidentin zeigte sich jedoch unzufrieden. Sie wünscht, dass alle Umspannanlagen des Landes kontrolliert würden und Vorschläge für Maßnahmen unterbreitet würden, um die Versorgung zu garantieren.

Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem das Einrichten und Verbessern von Back-Ups, die dazu dienen, dass sich ein lokaler Kurzschluss nicht auf das ganze System ausbreitet. Die Infrastruktur gilt aber generell als veraltet, so dass man unter Regierungsmitgliedern mittlerweile von der Ermüdung des Systems spricht.

Die sechs Stromausfälle hatten sich ereignet, nachdem Dilma Rousseff im September 2012 angekündigt hatte, die Strompreise um bis zu 20 Prozent zu kürzen. Dagegen hatten die Stromunternehmen protestiert und unter anderem auf den Zustand des Netzes verwiesen. (ms)