Kraftwerk in Camaçari, Bahia / Copyright: Governo da Bahia

Kraftwerk in Camaçari, Bahia / Copyright: Governo da Bahia

Für viele scheint eine Konzession für ein Kraftwerk bei den derzeitigen Energiepreisen wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Um so mehr kann man sich verwundert die Augen reiben, warum einige Betreiber von Kraftwerken, Leitungsstrecken oder Transformatorstationen keine Anträge auf Verlängerung ihrer Konzessionen gestellt haben. Zumal die neue gesetzliche Grundlage eine Verlängerung um bis zu 30 Jahre in Aussicht stellt. Bis zum gestrigen Tage hatte die staatliche Energieagentur (Agência Nacional de Energia Elétrica, kurz: Aneel) die Frist gesetzt, die Anträge auf Konzessionsverlängerung einzureichen. Die Mehrheit der Betreiber (109) hat diese Option genutzt und einen Antrag auf Verlängerung der Konzession gestellt.

Die Betreiber von 14 Kraftwerken hingegen haben keine Anträge auf Verlängerung ihrer Konzessionen gestellt. Nun lassen sich verschiedene Gründe vermuten, warum keine Anträge gestellt wurden. Wesentlich dürfte der Wille der Regierung sein, die Energiekosten um bis zu 20 Prozent zu senken. Die 109 Antragsteller auf eine Verlängerung der Konzession haben nun nach der neuen gesetzlichen Regelung eine Nachverhandlung ihrer Bedingungen der Verträge vor sich. Deren wesentliches Ziel dürfte sein, die politisch gewünschten Preissenkungen durchzusetzen.

Dagegen scheinen sich die 14 Betreiber zu wehren. Ob sie allerdings eine kluge Strategie gewählt haben, ist ungewiss, denn auch die Ausgestaltung der neu auszuschreibenden Konzessionen wird dieser politischen Preisgestaltung unterworfen sein. Sie haben nun zwar die Möglichkeit, an der neuen offenen Ausschreibung erneut teilzunehmen, ihr Wunsch ist jedoch die Konzessionen auf Grundlage der alten Bedingungen zu verlängern. Da die 14 Betreiber einen Rechtsweg nicht ausschließen, bleibt abzuwarten, ob ihre gewählte Strategie von Erfolg gekrönt ist. (mas)