Neuer Stausee soll noch dieses Jahr ans Netz gehen / Copyright: Agência Brasil
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Die brasilianische Regierung startet vier neue Ausschreibungen für den Betrieb von Kraftwerken. Wie der Vorstandsvorsitzende der Behörde für Energieaufsicht (Empresa de Pesquisa Energética, kurz: EPE), Maurício Tolmasquim, vergangenen Freitag (18.01.) bekannt gab, sollen die Lizenzen von vier Anlagen an Kraftwerksbetreiber verkauft werden. Ziel sei es, das brasilianische Stromnetz mit einer zusätzlichen Leistung von 9.000 MW auszustatten.

Der Hauptanteil fällt dabei auf das Wasserkraftwerk Sinop im zentralen Bundesstaat Mato Grosso. Diese Talsperre wird dieses Jahr fertiggestellt. Hinzu kommen sollen aber auch Windenergie- und Biokraftanlagen, die in Brasilien zwar zunehmend an Bedeutung gewinnen, aber dennoch nur einen kleinen Anteil an der Gesamtproduktion ausmachen.

Des Weiteren wird die Lizenz für den Betrieb des bedeutenden Staudamms Três Irmãos im Bundesstaat São Paulo wieder ausgeschrieben. Nachdem der Vertrag seitens des bisherigen Betreibers nicht verlängert wurde, soll für diese Anlage mit einer Leistung von 827 MW umgehend ein neuer gefunden werden, so die EPE. Die brasilianische Bundesregierung hatte von dem Betreiber eine Tarifsenkung von bis zu 20 Prozent gefordert, um die Erfolge bei der Amortisierung der Anlage an den Verbraucher weiterzugeben. Der Betreiber Cesp, die staatliche Wasserwirtschaft São Paulos, hatte den Vertrag daraufhin nicht verlängert.

Trotz der anhaltenden Trockenheit im Land, die die Wasservorräte nahezu an ihre kritische Grenze gebracht hat und in zentralen Bundesstaaten bereits einige Wasserkraftanlagen ausgefallen sind, setzt Brasilien nach wie vor vornehmlich auf Wasserkraft. Allein der Fluss Tietê im Bundesstaat São Paulo ist auf einer Länge von rund 500 Kilometern von acht mittelgroßen Stauseen unterbrochen. (ms)